Watzke wird neuer Präsident von Borussia Mönchengladbach – nach turbulentem Wahlkampf
Karlheinz MiesWatzke ist nicht mehr BVB-Geschäftsführer - Versöhnung mit Lunow - Watzke wird neuer Präsident von Borussia Mönchengladbach – nach turbulentem Wahlkampf
Borussia Mönchengladbachs Mitgliederversammlung wählte Hans-Joachim Watzke zum neuen Präsidenten des Vereins
Die Mitgliederversammlung von Borussia Mönchengladbach hat Hans-Joachim Watzke zum neuen Präsidenten des Trägervereins gewählt. Die erstmals im hybriden Format abgehaltene Veranstaltung ermöglichte es allen 238.000 Mitgliedern, digital teilzunehmen. Doch Verzögerungen und Spannungen prägten die Versammlung nach einem umstrittenen Wahlkampf.
Die Versammlung begann mit einer Stunde Verspätung, bedingt durch technische Probleme beim Abstimmungssystem. Dieser Rückschlag folgte auf monatelange öffentliche Auseinandersetzungen zwischen Watzke und dem ehemaligen Kandidaten Reinhard Lunow. Lunow zog seine Bewerbung für die Wiederwahl schließlich zurück, sodass Watzke als einziger Kandidat übrig blieb.
Vor der Abstimmung traten beide Männer gemeinsam auf, betonten ihre bisherige Zusammenarbeit und bedauerten die jüngsten Konflikte. Watzke dankte Lunow für dessen Beitrag zum Erfolg des Vereins, während Lunow im Gegenzug Watzkes Führungskompetenz unterstützte. Trotz dieser Demonstration der Einheit hielten sich kritische Stimmen aus der Fanabteilung, die den öffentlichen Streit des Sommers weiterhin bemängelten. Watzkes Wahl folgt auf seinen Rückzug als Vorstandsvorsitzender der Borussia Mönchengladbach GmbH im Jahr 2025 – ein Amt, das er über zwei Jahrzehnte innehatte. Seit seinem Eintritt in den Vorstand 2005 führte er den Verein durch die finanzielle Erholung und zurück an die sportliche Spitze.
Das Vorstandsmitglied Tobias Westerfellhaus kritisierte später die "fragwürdigen Wendungen" des Wahlkampfs und forderte umfassendere Reformen im Verein. Das hybride Format der Versammlung war ein Novum und ermöglichte eine breitere Beteiligung als in den Vorjahren. Dennoch machten die Verzögerungen und anhaltenden Spannungen die anhaltenden Herausforderungen in der Vereinsführung deutlich.
Watzke übernimmt nun das Amt des Präsidenten des Trägervereins, das von seiner früheren Rolle als CEO getrennt ist. Seine Wahl beendet eine Phase der Unsicherheit nach Lunows Rückzug und dem öffentlichen Streit. Der Verein steht nun vor der Aufgabe, die von Fans und Vorstandsmitgliedern geäußerten Bedenken hinsichtlich Transparenz und Führung anzugehen.