Warum immer mehr Asylsuchende freiwillig in ihre Heimat zurückkehren
Susan auch SchlauchinWarum immer mehr Asylsuchende freiwillig in ihre Heimat zurückkehren
Immer mehr Asylsuchende in Deutschland entscheiden sich für eine freiwillige Rückkehr in ihre Heimat, statt eine Abschiebung abzuwarten. Eine Familie aus Aserbaidschan ist kürzlich mit finanzieller Unterstützung ausgereist – die Behörden hoffen, dass ihr Beispiel Schule macht. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund, dass die Landesregierung teure Zwangsabschiebungen reduzieren will, indem sie freiwillige Ausreisen fördert.
Mahammad Zeynalov, ein Asylbewerber aus Aserbaidschan, kehrte im vergangenen Sommer in seine Heimat zurück. Angesichts der drohenden Abschiebung bezeichnete er die Entscheidung als die richtige für seine Familie. Ihre Rückkehr wurde mit einer Zahlung von 6.000 Euro durch deutsche Behörden unterstützt – Teil einer breiter angelegten Initiative zur Förderung freiwilliger Ausreisen.
Einige Familien verlassen Deutschland sogar noch vor der Entscheidung über ihren Asylantrag. Allein in der Region Hamm wurden in den vergangenen drei Jahren im Rahmen eines speziellen Projekts 753 solche Rückkehren organisiert. Behördenvertreter argumentieren, dass Rückkehrberatung neue Perspektiven eröffnen könne – einige Rückkehrer hätten später in ihren Herkunftsländern eigene Unternehmen gegründet.
Ministerin Josefine Paul baut die Unterstützung für freiwillige Rückkehren aus und schafft 24,5 neue Beratungsstellen. Der Vorstoß folgt auf Kritik an den hohen Kosten von Abschiebungen, darunter ein Bundes-Charterflug nach Pakistan im vergangenen Jahr, der über 400.000 Euro kostete. Die Behörden setzen nun auf freiwillige Lösungen, die sie als humaner und gleichzeitig kostengünstiger bezeichnen.
Die Landesregierung setzt weiterhin auf freiwillige Rückkehren statt auf Zwangsabschiebungen. Mit finanziellen Anreizen und einem ausgebauten Beratungsangebot könnten weitere Asylsuchende dem Beispiel Zeynalovs folgen. Die politische Neuausrichtung zielt darauf ab, Kosten zu sparen und abgelehnten Antragstellern einen kontrollierteren Weg zur Ausreise zu bieten.






