Warum Hausärzte unter dem Druck von Fachärzten und Bürokratie stöhnen

Susan auch Schlauchin
Susan auch Schlauchin
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Ein detaillierter alter Stadtplan von Würzburg, Deutschland, mit Straßen, Gebäuden, Sehenswürdigkeiten und einer roten Linie, die hindurchführt, einschließlich Text über die Bevölkerung, Straßen und Sehenswürdigkeiten.Susan auch Schlauchin

Warum Hausärzte unter dem Druck von Fachärzten und Bürokratie stöhnen

Wachsende Streitigkeiten um Facharzt-Überweisungen in der Nähe in Deutschland sorgen für Frust bei Hausärzten. Berichten zufolge fordern einige Psychiater unnötige Dringlichkeitsüberweisungen von Hausärzten, um höhere Gebühren abrechnen zu können. Gleichzeitig stellen offizielle Prüfungen infrage, ob das aktuelle System die Patientenversorgung tatsächlich verbessert.

Im Mittelpunkt der Kritik steht das Terminservice- und Versorgungsgesetz von 2019, das Wartezeiten auf Facharzttermine verkürzen sollte. Doch das Bundesrechnungshof kommt zu einem anderen Befund: Bei gesetzlich Versicherten stieg die durchschnittliche Wartezeit von 33 Tagen im Jahr 2019 auf 42 Tage im Jahr 2024 – trotz der zusätzlichen Kosten gibt es keine erkennbare Verbesserung des Zugangs.

Allein in Nordrhein-Westfalen berichten über 200 Hausärzte von Fachärzten, die sie unter Druck setzen, medizinisch nicht gerechtfertigte Eilüberweisungen auszustellen. Bundesweit waren rund 750 von 800 befragten Ärzten mit ähnlichen Forderungen konfrontiert. Einige Fachärzte geben offen zu, Dringlichkeitscodes und Hausarztvermittelte Überweisungen zu nutzen, um ihre Einnahmen zu steigern.

Die Kassenärztliche Vereinigung erinnert Ärzte daran, dass Patienten nicht einfach abgewiesen werden dürfen, um eine Überweisung zu erzwingen. Auch Hausärzte dürfen Dringlichkeitsüberweisungen nur bei medizinischer Notwendigkeit ausstellen. Dennoch fühlen sich viele zwischen ethischen Pflichten und finanziellen Zwängen zerrieben.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Bundesrechnungshof fordern nun eine Abschaffung der aktuellen Regelungen. Sie argumentieren, das System verursache hohe Kosten, ohne die Versorgung zu verbessern. Der Berufsverband der Fachärzte hingegen besteht darauf, dass Überweisungsvorgaben rechtmäßig seien, sofern sie medizinisch begründet sind.

Die meisten Hausärzte räumen ein, dass das System tatsächlich dringenden Fällen zu schnellerer Behandlung verhilft. Doch sie kritisieren den zusätzlichen Arbeitsaufwand und die finanzielle Schieflage, da Fachärzte stärker von den Zusatzgebühren profitieren als Hausarztpraxen.

Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen Kostendämpfung, fairer Vergütung und Patientenzugang. Angesichts weiter steigender Wartezeiten wächst der Druck auf die Regierung, das Überweisungssystem zu reformieren. Bis dahin müssen Hausärzte weiterhin zwischen den widerstreitenden Anforderungen von Fachärzten, Krankenkassen und Aufsichtsbehörden lavieren.

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