Warum Deutschlands Goldreserven im Ausland für hitzige Debatten sorgen

Krzysztof Löffler
Krzysztof Löffler
2 Min.
Ein altes deutsches Aktienzertifikat mit goldenem Rand und fetter Schrift, gerahmt mit einem schwarzen Rand.Krzysztof Löffler

Warum Deutschlands Goldreserven im Ausland für hitzige Debatten sorgen

Die deutschen Goldreserven, die größtenteils im Ausland gelagert sind, sind zu einem heftig diskutierten Thema geworden. Kritiker argumentieren, dass die Aufbewahrung solch immenser Werte im Ausland das Land unnötigen Gefahren aussetzt. Befürworter hingegen betonen, das aktuelle System bleibe sicher und kostengünstig.

Deutschland besitzt etwa 3.352 bis 3.550 Tonnen Gold, wobei die größten Anteile in New York (37 Prozent) und London (12 bis 13 Prozent) eingelagert sind. Weitere ausländische Standorte kommen nicht hinzu. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hat wiederholt Forderungen nach einer Rückholung des Goldes zurückgewiesen und dabei das Vertrauen in die Federal Reserve Bank of New York betont.

Die Debatte gewann an Brisanz, nachdem ein spektakulärer Raubüberfall auf eine Filiale der Sparkasse in Gelsenkirchen Schwachstellen in der Sicherheit von Banktresoren offenlegte. Selbst versicherte Golddepots können verloren gehen oder ihre Rückgabe sich verzögern – Zweifel an der Abhängigkeit von fremden Lagerstätten werden laut. Auch Anleger in goldgedeckten Wertpapieren wie Xetra-Gold oder Euwax-Gold tragen Risiken, da es sich im Kern um Schuldscheine handelt: Geht der Emittent pleite, könnte das Gold verschwinden.

Der Reiz von Gold liegt in seiner Unabhängigkeit von klassischen Finanzsystemen. Während Papiergeld auf das Vertrauen in Banken oder Staaten angewiesen ist, besitzt physisches Gold einen intrinsischen Wert. Der Satz 'Gold ist Geld - alles andere ist Kredit' stammt vom Finanzier J.P. Morgan aus dem Jahr 1912 und hallt bis heute nach. Doch der volle Vorteil - die Vermeidung von Kontrahentenrisiken - gilt nur, wenn Anleger das Metall direkt besitzen.

Die Einsatzhöhe ist in den letzten zwei Jahrzehnten dramatisch gestiegen. Deutschlands im Ausland gelagertes Gold, das 2005 noch 13,6 Milliarden Euro wert war, wird heute auf rund 177 Milliarden Euro geschätzt. Dieser Anstieg verstärkt die potenziellen Verluste, falls ein ausländischer Verwahrer in finanzielle Turbulenzen gerät oder politische Einflüsse ins Spiel kommen.

Der Druck, das deutsche Gold zurückzuholen, wächst - angetrieben von Ängsten vor Kontrahentenrisiken und nationaler Kontrolle. Die Bundesbank hält an ihrer Position fest, doch steigende Goldpreise und Sicherheitsbedenken halten die Diskussion am Leben. Vorerst bleibt der Großteil der Reserven tausende Kilometer entfernt.

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