26 January 2026, 21:23

VIK plant staatlichen Wasserstoff-Vermittler zur Senkung der Industriekosten

Drei Autos nebeneinander auf einem Parkplatz geparkt, wobei eines den Text Wasserstoff-getriebenes Fahrzeug anzeigt, ein Maschendrahtzaun im Hintergrund und Gras auf der rechten Seite.

VIK plant staatlichen Wasserstoff-Vermittler zur Senkung der Industriekosten

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (VIK) hat einen neuen Plan vorgelegt, um die Wasserstoffnutzung in der Industrie zu beschleunigen. Das Konzept zielt darauf ab, die Kosten zu senken und die Versorgung für Unternehmen zu sichern, die unter hohen Preisen leiden. Derzeit ist erneuerbarer, durch Elektrolyse erzeugter Wasserstoff deutlich teurer als Erdgas – bedingt durch hohe Stromkosten, Infrastrukturengpässe und strenge Regularien.

Laut dem VIK-Vorschlag soll ein staatlich gestützter 'Wasserstoff-Mittler' als Vermittler zwischen Erzeugern und Abnehmern fungieren. Dieses Modell soll Preise stabilisieren, Investitionsrisiken mindern und langfristige Versorgungssicherheit für die Industrie gewährleisten.

Im Mittelpunkt des Plans steht die Schaffung eines solchen 'Wasserstoff-Mittlers' – einer staatlich unterstützten Instanz, die langfristige Verträge mit Wasserstoffproduzenten abschließt. Durch die Garantie stabiler Preise und Liefermengen würde dieser Vermittler die finanziellen Risiken für beide Seiten verringern. Ziel ist es, die Nachfrage der Industrie nach Wasserstoff wiederzubeleben, die aufgrund hoher Kosten und Unsicherheiten ins Stocken geraten ist.

Um die Kluft zwischen Produktionskosten und den Zahlungsmöglichkeiten der Abnehmer zu überbrücken, schlägt der Verband ein 'Contract-for-Difference'-(CfD-)Modell vor. Damit würde die Differenz zwischen tatsächlichen Kosten und Marktpreisen ausgeglichen, um die Wirtschaftlichkeit der Produzenten zu sichern. Der VIK schätzt, dass die Subventionierung von einer Million Tonnen Wasserstoff pro Jahr mehrere Milliarden Euro erfordern würde. Der Förderrahmen müsste zudem mindestens zehn Jahre Planungssicherheit bieten – eine Voraussetzung, um Investitionen in Produktion, Infrastruktur und industrielle Umstellung zu mobilisieren.

Der Verband lehnt verbindliche Wasserstoffquoten ab, da diese die Kosten dauerhaft in die Höhe treiben und die globale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands schwächen könnten. In der Anfangsphase plädiert der VIK für einen technologieoffenen Ansatz, der verschiedenen CO₂-armen Wasserstoffarten – nicht nur erneuerbarem Elektrolyse-Wasserstoff – den Markteintritt ermöglicht. Langfristig soll so ein wettbewerbsfähiger Wasserstoffmarkt entstehen, sobald die notwendige Infrastruktur steht.

Mit seinem Vorschlag will der VIK die hohen Kosten und Versorgungsrisiken angehen, die die Wasserstoffwirtschaft bisher ausbremsten. Durch den staatlich gestützten Vermittler und langfristige Förderzusagen soll die industrielle Nachfrage gesichert und Investitionen angeregt werden. Bei Umsetzung könnten die Maßnahmen in den kommenden zehn Jahren einen stabilen Wasserstoffmarkt in Deutschland etablieren.