15 March 2026, 20:40

Viersen steht vor der Pleite: 39 Millionen Euro Defizit bis 2026 drohen

Ein Blatt mit einer Zeichnung eines Gebäudes, einen Wagen mit Gegenständen und Menschen drumherum, mit Text unten lesend "die traurigen und dunklen Auswirkungen der Steuern von 1784".

Viersen steht vor der Pleite: 39 Millionen Euro Defizit bis 2026 drohen

Viersen steuert auf eine finanzielle Krise zu: Bis 2026 droht ein Haushaltsdefizit von 39 Millionen Euro. Bis 2031 werden jährliche Fehlbeträge von 25 bis 35 Millionen Euro erwartet – die Gefahr einer Insolvenz wächst. Nun hat sich die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Wort gemeldet: Sie warnt vor Steuererhöhungen und fordert stattdessen eine engere Zusammenarbeit der Kommunen.

Die finanziellen Probleme der Stadt haben vor allem zwei Gründe: steigende Kosten im Jugendhilfebereich und höhere Kreisumlagen. Diese beiden Faktoren machen bereits 60 Prozent des zusätzlichen Finanzdrucks aus. Gleichzeitig erhebt Viersen bereits die zweit höchsten Grundsteuern für gewerbliche Immobilien im gesamten IHK-Bezirk.

Die IHK lehnt Pläne ab, die Grundsteuer B oder die Gewerbesteuer im Haushaltsentwurf für 2027 anzuheben. Höhere Gewerbesteuern würden die Wettbewerbsfähigkeit Viersens schwächen und Investitionen abschrecken, argumentiert die Kammer. Stattdessen setzt sie auf verstärkte interkommunale Zusammenarbeit: Gemeinsame Dienstleistungen und schlankere Verwaltungsstrukturen könnten die Last verringern.

Auch die Wirtschaftsförderung der Stadt sieht Potenzial in der Ausweisung neuer Gewerbegebiete. Die IHK unterstützt diesen Ansatz und fordert mehr gewidmete Gewerbeflächen, um die lokale Wirtschaft zu stärken. Zwar begrüßt die Kammer den freiwilligen Konsolidierungskurs Viersens, doch die steigenden Personalkosten belasten den Haushalt zusätzlich.

Eine KfW-Studie aus dem Jahr 2025 zeigt: 19 Prozent der deutschen Kommunen können ihre Infrastruktur wegen fehlender Mittel nicht ausreichend erhalten – der Investitionsstau beläuft sich auf geschätzte 216 Milliarden Euro. Städte wie Bergisch Gladbach erwarten 2026 ein Defizit von fast 50 Millionen Euro, was die Notwendigkeit regionaler Kooperationen unterstreicht.

Die finanzielle Zukunft Viersens bleibt düster: Die Defizite werden voraussichtlich noch Jahre anhalten. Die IHK setzt auf Zusammenarbeit und wirtschaftliche Entwicklung statt auf Steuererhöhungen. Ohne Kurskorrektur drohen der Stadt weitere finanzielle Turbulenzen und ein wachsender Sanierungsstau.

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