Verletzungen in deutschen Fußballstadien sinken – doch Pyrotechnik-Missbrauch steigt dramatisch
Karlheinz MiesVerletzungen in deutschen Fußballstadien sinken – doch Pyrotechnik-Missbrauch steigt dramatisch
Verletzungen an Spieltagen in Deutschlands drei höchsten Fußball-Profiligen gehen zurück
In der vergangenen Saison sank die Zahl der Verletzungen an Spieltagen in den drei höchsten deutschen Fußball-Profiligen. Insgesamt wurden 1.107 Menschen verletzt – 231 weniger als im Vorjahr. Trotz dieser Verbesserung bestehen weiterhin Sorgen wegen des zunehmenden Missbrauchs von Pyrotechnik und anhaltender Gewalt in den Stadien.
In der Spielzeit 2023/24 gab es 1.107 Verletzte, was einem Rückgang um 17 Prozent entspricht. Darunter waren 160 Polizeibeamte und 89 Sicherheitskräfte. Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen, bezeichnete diese Zahlen als inakzeptabel: Selbst über 1.000 Verletzte in einer Saison seien zu viele.
Während die Verletzungen zurückgingen, stiegen Verstöße im Zusammenhang mit Pyrotechnik um 73 Prozent auf 4.783 Vorfälle an. Die Anzahl der eingeleiteten Strafverfahren sank hingegen um 22 Prozent auf 5.197 Fälle. Fast die Hälfte aller Straftaten umfasste Körperverletzung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Verstöße gegen die öffentliche Ordnung und Sachbeschädigung.
Fanszene-Vertretungen wiesen Vorwürfe einer flächendeckenden Gewalt als übertrieben zurück. Sie betonten, dass die Stadien weiterhin gut besucht seien und dass Strafanzeigen sowie Verletzungen seit Jahren im Promillebereich lägen. Reul forderte jedoch schärfere Maßnahmen und verlangte, dass gewalttätige Straftäter konsequent von den Rängen und Stadien ausgeschlossen werden.
Der Rückgang bei Verletzungen und Strafverfahren deutet auf Fortschritte bei der Sicherheit an Spieltagen hin. Doch der deutliche Anstieg des Pyrotechnik-Missbrauchs und die anhaltende Gewalt zeigen, dass die Herausforderungen bestehen bleiben. Behörden und Fangruppen diskutieren weiterhin, wie sich diese Probleme am besten lösen lassen – ohne dabei die Sicherheit der Fans zu gefährden.






