Till Lindemanns Buchsignierstunde in Berlin spaltet Fans und Kritiker
Karlheinz MiesTill Lindemanns Buchsignierstunde in Berlin spaltet Fans und Kritiker
Buchsignierstunde in Berlin lockt riesige Menschenmassen an
Hunderte Fans standen Schlange, um Till Lindemann und Joey Kelly bei einer Buchsignierstunde in Berlin zu treffen. Die Veranstaltung, die ihr neues Fotobuch für 98 Euro bewerben sollte, zog Unterstützer an, die stundenlang warteten – manche hatten sogar über Nacht vor dem Gebäude kampiert. Unterdessen hatten Protestierende zuvor gefordert, den Veranstaltungsort zu ändern, angesichts der anhaltenden Vorwürfe gegen Lindemann.
Ursprünglich sollte die Signierstunde im Astra Kulturhaus, einem linksalternativen Veranstaltungsort in der Stadt, stattfinden. Doch nach Online-Protesten der Initiative Keine Bühne für Täter – einer Kampagne mit über 10.000 Unterschriften – wurde die Veranstaltung in den Rammstein-Shop nach Wilhelmsruh verlegt. Kritiker werfen Lindemann Machtmissbrauch und sexuelles Fehlverhalten vor, doch die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren später ohne Anklage ein.
Fans begannen sich bereits mehr als fünf Stunden vor Beginn zu versammeln, einige trafen sogar schon am Vortag ein. Eine 17-jährige Unterstützerin hatte gespart, um sich das Buch leisten zu können, und nannte das Erlebnis "unglaublich krass". Andere verließen die Veranstaltung mit Rammstein-Merchandise und wischten die Vorwürfe als unbelegt beiseite. Die Mutter einer jungen Besucherin hingegen hielt den Inhalt des Buches für jugendgefährdend und räumte ein, dass die Gründe für die Boykottaufrufe nachvollziehbar seien.
Lindemann und Kelly trafen schließlich ein, um die Menge zu begrüßen und ihr neues Werk zu signieren. Trotz der Kontroversen blieben die Fans begeistert und betonten, dass gegen den Sänger keine belastbaren Beweise vorlägen.
Die Veranstaltung verlief ohne weitere Zwischenfälle, doch die Debatten über Lindemanns öffentliche Auftritte dauern an. Die Staatsanwaltschaft hatte ihre Prüfung bereits eingestellt, da keine hinreichenden Gründe für eine Anklage vorlagen. Für die Fans war die Signierstunde eine seltene Gelegenheit, die Künstler persönlich zu treffen – während Kritiker weiterhin an ihrer Ablehnung festhalten.






