Tierrechtler verklagen Amprion wegen mangelndem Schutz seltener Amphibien in Osterath

Karlheinz Mies
Karlheinz Mies
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Ein Wasserfrosch sitzt auf Erde neben Pflanzen, mit einem Wasserzeichen in der linken oberen Ecke.Karlheinz Mies

Tierrechtler verklagen Amprion wegen mangelndem Schutz seltener Amphibien in Osterath

Die Aktionsgruppe Meerbusch für Tierrechte und Naturschutz hat schwere Vorwürfe gegen Amprion wegen des Umgangs mit dem Artenschutz bei Bauarbeiten in Osterath erhoben. Seit 2023 überwacht die Gruppe die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen für bedrohte Amphibien wie den Kammmolch und die Knoblauchkröte. Ihre Untersuchungen deuten auf wiederholte Versäumnisse bei der Umsetzung der Schutzvorkehrungen hin – Grund genug, nun rechtliche Schritte gegen das Unternehmen und die lokalen Behörden einzuleiten.

Die Ermittlungen der Gruppe begannen 2023 im Zusammenhang mit dem Bau eines Umrichterstandorts durch Amprion in Osterath. Laut ihren Angaben versäumte es das Unternehmen, bis zum Stichtag 31. März 2023 einen ordnungsgemäßen Amphibien- und Reptilienschutzzaun zu errichten. Dokumentationen zufolge wiesen die Barrieren noch im November 2025 Lücken und Mängel auf. Amprion widerspricht dieser Darstellung und beharrt darauf, der Zaun sei fristgerecht fertiggestellt worden. Die Aktionsgruppe hält jedoch an ihren Beweisen fest.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das Fehlen von Ersatzlebensräumen für geschützte Arten. Aus öffentlichen Unterlagen bis März 2026 geht hervor, dass die Untere Naturschutzbehörde des Rhein-Kreises Neuss weder genehmigt noch angelegt hat, wassergefüllte Temporärgewässer als Ausgleich für verlorene Laichplätze des Kammmolchs wären. Zudem fehlen auf den von Amprion vorgesehenen Ausgleichsflächen die versprochenen Mulden und Hohlformen, die der Knoblauchkröte – eine nach EU-Recht streng geschützte und in Mitteleuropa stark gefährdete Art – als Laichgewässer dienen sollten.

Behörden und Amprion schieben sich gegenseitig die Verantwortung für die festgestellten Mängel zu. Die Naturschutzbehörde hatte die Bauarbeiten auf Basis eines ökologischen Begleitplans genehmigt, doch sieben von acht Seiten dieses Dokuments – inklusive aller Fotos – wurden geschwärzt. Da keine Pläne zur Wiederherstellung der zerstörten Laichhabitate der Knoblauchkröte auf dem Gelände "Im Siep" vorliegen, hat die Aktionsgruppe nun eine Fachanwältin für Umweltrecht beauftragt, um offiziell gegen die Aufsicht der UNB über Amprions Einhaltung der Artenschutzbestimmungen vorzugehen.

Die rechtliche Auseinandersetzung markiert eine Zuspitzung des Konflikts um die Baupraxis von Amprion. Ohne Eingreifen drohten dem Kammmolch und der Knoblauchkröte in Osterath weitere Lebensraumverluste, warnt die Gruppe. Bisher haben die Behörden noch keine Korrekturmaßnahmen oder alternativen Lösungen für die betroffenen Arten angekündigt.

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