Thyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Technologie in Duisburg
Karlheinz MiesThyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Technologie in Duisburg
Thyssenkrupp baut sein Stahlwerk in Duisburg um und ersetzt die Hochöfen durch eine Anlage zur direkten Eisenreduktion (DRI) auf Wasserstoffbasis. Mit dem Projekt sollen die CO₂-Emissionen um bis zu 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr gesenkt werden – das entspricht etwa einem Fünftel des gesamten Ausstoßes der deutschen Stahlindustrie.
Die Erdarbeiten begannen Mitte 2024, die Fundamente sind inzwischen fertiggestellt und verstärkt. Das Gelände umfasst eine Fläche von fast 40 Fußballfeldern. Neben der DRI-Anlage und den Schmelzöfen entstehen über 60 weitere Bauwerke und Einrichtungen.
Die Drees & Sommer SE zeichnet für die Planungsphase verantwortlich, während die SMS Group den Bau leitet. Die Anlage setzt auf die Midrex-Flex-Technologie, die einen Wechsel zwischen Erdgas und Wasserstoff ermöglicht. Sie soll jährlich 2,5 Millionen Tonnen kohlenstoffarmes Heißbrikett-Eisen (HBI) produzieren.
Ab 2028 wird Wasserstoff eingesetzt, die vollständige Umstellung auf Wasserstoffbetrieb ist für 2029 geplant. Dann wird die Anlage etwa 143.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr benötigen. Bund und Nordrhein-Westfalen fördern das Vorhaben mit 2 Milliarden Euro.
Die neue DRI-Anlage wird die Emissionen in einem Sektor deutlich reduzieren, der für 30 Prozent der industriellen Treibhausgase Deutschlands verantwortlich ist. Im Vollbetrieb markiert sie einen Meilenstein auf dem Weg zu klimaneutraler Stahlproduktion und setzt Maßstäbe für nachhaltige Industriepraktiken im Land.
