Teilzeitarbeit in NRW boomt: Jeder Dritte arbeitet weniger Stunden als früher
Susan auch SchlauchinFast ein Drittel der Arbeitnehmer arbeitete 2025 in Teilzeit - Teilzeitarbeit in NRW boomt: Jeder Dritte arbeitet weniger Stunden als früher
Teilzeitarbeit in Nordrhein-Westfalen stark gestiegen – fast jeder dritte Beschäftigte arbeitet reduziert
In Nordrhein-Westfalen hat die Teilzeitarbeit deutlich zugenommen: Fast jeder dritte Arbeitnehmer ist mittlerweile in reduzierter Stundenzahl beschäftigt. Die aktuellsten Zahlen, die für Juni 2025 veröffentlicht wurden, zeigen einen markanten Anstieg bei Männern, die sich für Teilzeitstellen entscheiden – ein Plus von über 63 % seit 2015. Frauen dominieren nach wie vor die Teilzeitbeschäftigung, doch ihre Motive verschieben sich allmählich.
Stand 30. Juni 2025 hatten in NRW rund 7,3 Millionen Menschen einen sozialversicherungspflichtigen Job. Davon arbeiteten 30,4 % in Teilzeit – ein kontinuierlicher Anstieg über das letzte Jahrzehnt. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Männern: Ihr Teilzeitanteil stieg von 8 % im Jahr 2015 auf 15 % im vergangenen Jahr. Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) und des IAB-Arbeitsmarktforschungsinstituts zeigen, dass immer mehr Männer Pflegeverantwortung – etwa für Kinder oder ältere Angehörige – als Grund für reduzierte Arbeitszeiten nennen: Der Anteil stieg von 10 % auf 25 %. Auch gesundheitliche Gründe spielen eine größere Rolle und machen mittlerweile 30 % der Fälle aus.
Bei Frauen bleiben traditionelle Betreuungspflichten der Hauptgrund für Teilzeit, wenn auch ihr Anteil leicht von 50–60 % auf etwa 50 % gesunken ist. Wirtschaftliche Faktoren wie ein Mangel an Vollzeitstellen beeinflussen mittlerweile bei 20 % der Frauen die Entscheidung für Teilzeitarbeit. Insgesamt arbeitet jede zweite erwerbstätige Frau im Land in reduzierter Stundenzahl – bei Männern ist es etwa jeder Siebte.
Regional gibt es jedoch große Unterschiede: Sonsbeck im Kreis Wesel verzeichnet mit über 51 % die höchste Teilzeitquote. Am anderen Ende der Skala liegen Rheda-Wiedenbrück (15,6 %) und Verl (15,8 %) mit den niedrigsten Werten im Land.
Die Zahlen spiegeln einen klaren Wandel der Arbeitsmuster in NRW wider. Immer mehr Männer steigen in Teilzeit ein, oft wegen Pflegeaufgaben oder gesundheitlicher Einschränkungen, während sich die Gründe der Frauen diversifizieren. Mit 30,4 % der Beschäftigten in reduzierter Stundenzahl ist Teilzeitarbeit längst ein prägendes Merkmal des Arbeitsmarktes im Land.