23 January 2026, 08:52

Tarifstreit im NRW-Nahverkehr eskaliert: ver.di droht mit Arbeitskämpfen nach gescheiterten Verhandlungen

Ein altes Postkartenmotiv zeigt einen Bahnhof in Hamburg, Deutschland, mit Menschen, Fahrzeugen, Gebäuden, einer Brücke und einem bewölkten Himmel sowie Text oben drauf.

Tarifstreit im NRW-Nahverkehr eskaliert: ver.di droht mit Arbeitskämpfen nach gescheiterten Verhandlungen

Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr Nordrhein-Westfalens endete am 21. Januar ergebnislos. Die Gewerkschaft ver.di bezeichnete die Sitzung als 'Fehlstart', nachdem die Arbeitgeber keine konkreten Vorschläge vorgelegt hatten. Die Mitarbeiter fordern nun umfassende Verbesserungen bei Arbeitszeiten, Bezahlung und Arbeitsbedingungen – angesichts wachsender Personalengpässe und nicht mehr tragbarer Arbeitsbelastungen.

Die Verhandlungen in Köln scheiterten, weil die Arbeitgeberseite auf die Forderungen der Gewerkschaft nicht offiziell reagierte. Stattdessen kündigte sie an, im nächsten Verhandlungsdurchgang Gegenangebote zu unterbreiten. Verhandlungsführer Rech von ver.di kritisierte den mangelnden Fortschritt und nannte das Treffen 'tief enttäuschend'.

Zu den zentralen Forderungen der Gewerkschaft gehören eine verkürzte Arbeitswoche ohne Lohnausfall, eine Mindestruhezeit von elf Stunden zwischen den Schichten sowie ein Sonntagszuschlag von mindestens 40 Prozent. Zudem verlangen die Beschäftigten acht bezahlte Freitage jährlich für gewerkschaftliche Aktivitäten und eine Ausweitung des Tarifvertrags auf kurzfristig Beschäftigte und Minijobber. Die Löhne sind bereits an die TVöD-Vereinbarung des öffentlichen Dienstes gekoppelt, doch nun geht es vor allem darum, die Arbeitsbelastung durch besseres Zeitmanagement zu verringern. Ver.di warnte, dass die finanziellen Probleme der Verkehrsbetriebe nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen werden dürften. Angesichts verschärfter Personalnot und seit Jahren überhöhter Arbeitsbelastung deutete die Gewerkschaft an, dass weitere Arbeitskampfmaßnahmen folgen könnten. Die Belegschaft soll in Kürze über das weitere Vorgehen informiert werden.

Ziel der Gespräche ist ein 24-Monats-Rahmentarifvertrag, doch in der ersten Runde gab es keine Annäherung. Da die Arbeitgeber noch kein formelles Angebot vorgelegt haben, bereiten sich Beschäftigte und Gewerkschaft auf eine mögliche Zuspitzung des Konflikts vor. Die nächsten Verhandlungen werden zeigen, ob eine Einigung gelingt – oder ob Streiks den Verkehr lahmlegen werden.