28 June 2026, 20:26

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – Kunden verdienten am Sonntag Geld

Erstmals negative Strompreise für Endkunden

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – Kunden verdienten am Sonntag Geld

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – an einem Sonntag

Kunden mit dynamischen Tarifen profitierten von der ungewöhnlichen Situation und verdienten sogar Geld, indem sie während des Preisrutschs Strom verbrauchten. Experten warnen jedoch, dass sich dieses Muster aufgrund anhaltender Marktunflexibilität wiederholen könnte.

Die negativen Großhandelspreise hielten von 9 Uhr morgens bis 17 Uhr an. Den Tiefststand erreichte der Markt zwischen 13 und 14 Uhr mit -250,32 Euro pro Megawattstunde. In der Kölner Region sanken die Nettopreise für Endverbraucher in dieser Phase auf -8,6 Cent pro Kilowattstunde.

In Regionen mit geringeren Netzentgelten zahlten Tibber-Kunden zeitweise nur noch -12 Cent pro Kilowattstunde. Am Abend desselben Tages stieg der dynamische Tarif des Anbieters Tibber dann jedoch zwischen 20 und 21 Uhr auf 36 Cent pro Kilowattstunde an. Die Nettopreise in ganz Deutschland lagen je nach lokalen Netzentgelten zwischen 4,9 und 11,6 Cent pro Kilowattstunde.

Im vergangenen Jahr waren die Großhandelspreise bereits 457 Stunden lang negativ – ein Rekordtief von -500 Euro pro Megawattstunde wurde im Juli 2023 verzeichnet. Merlin Lauenburg, Deutschland-Chef von Tibber, sagt nun voraus, dass dieser Sommer alle bisherigen Rekorde bei negativen Strompreisen brechen werde.

Die Häufung negativer Preise offenbart weiterhin bestehende strukturelle Probleme auf dem Strommarkt. Während Kunden mit flexiblen Tarifen in solchen Phasen profitieren, erwarten Analysten eine Zunahme solcher Preisverfälle, solange die mangelnde Anpassungsfähigkeit des Marktes nicht behoben wird.

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