Strengere Steuerregeln für Influencer: NRW prüft 7.000 Social-Media-Verdienstquellen

Karlheinz Mies
Karlheinz Mies
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Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Steuerformulars mit Text und Zahlen.Karlheinz Mies

Strengere Steuerregeln für Influencer: NRW prüft 7.000 Social-Media-Verdienstquellen

Influencer in Deutschland müssen sich künftig auf strengere Steuerregeln einstellen, da die Behörden die Kontrollen verschärfen. Wer über soziale Medien Geld verdient, muss sich gewerblich anmelden und sämtliche Einnahmen versteuern – inklusive Geschenke und kostenloser Leistungen. Nordrhein-Westfalen (NRW) geht bei der Offensive voran: Rund 7.000 Influencer werden dort derzeit überprüft, in über 200 Fällen laufen bereits Steuerermittlungen.

Nach den neuen Vorgaben müssen sich Influencer als Gewerbe anmelden, sobald sie regelmäßig Inhalte mit der Absicht erstellen, damit Einnahmen zu erzielen. Nach der Anmeldung haben sie einen Monat Zeit, einen steuerlichen Fragebogen einzureichen. Zu versteuern sind nicht nur Erlöse aus Werbekooperationen, Merchandise-Verkäufen oder Affiliate-Marketing, sondern auch Sachleistungen wie kostenlose Produkte oder bezahlte Erlebnisse – sofern sie nach der Prüfung behalten werden.

Die Finanzämter prüfen, ob Influencer mehr einnehmen als ausgeben. Betriebsausgaben können zwar das zu versteuernde Einkommen mindern, doch Belege müssen als Nachweis aufbewahrt werden. Wer weniger als 24.500 Euro im Jahr verdient, muss keine Gewerbesteuer zahlen, aber die Einkommensteuererklärung ist bis zum 31. Juli des Folgejahres fällig. Bei Zusammenarbeit mit einem Steuerberater verlängert sich die Frist.

Besonders betroffen ist NRW, wo rund 7.000 Influencer überprüft werden. Auch Bayern spielt eine führende Rolle bei den Ermittlungen. Bundesweit sollen Medienberichten zufolge 60.000 Datensätze zu Influencern für die Jahre 2024–2025 vorliegen, doch eine genaue Zahl der aktuell Geprüften gibt es nicht.

Die verschärften Regeln zwingen Influencer dazu, ihre Einnahmen und Ausgaben genau zu dokumentieren. Bei Verstößen drohen Strafen oder weitere Kontrollen. Mit Tausenden bereits unter Beobachtung machen die Finanzbehörden klar: Einkünfte aus sozialen Medien sind keine graue Zone mehr – sie unterliegen denselben finanziellen Pflichten wie jedes andere Einkommen.

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