09 May 2026, 22:28

Streit um Trump: Hätte er den Friedensnobelpreis verdient?

Schwarz-weiß-Zeichnung von Menschen, die über einen Vertrag mit der Überschrift "Der Friedensvertrag für alle Parteien" diskutieren, wobei einige sitzen und andere stehen.

Streit um Trump: Hätte er den Friedensnobelpreis verdient?

Der Friedensnobelpreis wurde am Freitag an die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado verliehen. Unterdessen ist in Deutschland eine Debatte entbrannt, ob der ehemalige US-Präsident Donald Trump die Auszeichnung verdient hätte. Zwei prominente Verlegerpersönlichkeiten – der Kommentator Ulf Poschardt und der scheidende Vorstandsvorsitzende der Zeit Verlagsgruppe, Rüdiger Essen – vertraten dazu diametral entgegengesetzte Positionen über das Erbe des früheren US-Präsidenten.

Donald Trump erhielt in diesem Jahr keinen Friedensnobelpreis. Stattdessen würdigte das Komitee Machado für ihr Engagement in Venezuela. Die Entscheidung fiel, obwohl Trump kürzlich eine Vermittlerrolle bei der Waffenruhe im Gazastreifen gespielt hatte – ein Umstand, den seine Anhänger als Grund für eine Nominierung anführten.

Ulf Poschardt bezeichnete Trump in einem Interview als „brillanten Strategen und Machtpolitiker“. Er argumentierte, der ehemalige Präsident habe den Preis „wie kein anderer westlicher Politiker“ verdient. Seine Lobeshymnen galten vor allem Trumps diplomatischen Initiativen und dessen angeblichem Einfluss auf die globale Stabilität.

Dagegen wies Rüdiger Essen, der aktuelle Vorstandsvorsitzende der Zeit Verlagsgruppe, die Idee entschieden zurück. Er nannte stattdessen Aktivist:innen aus Myanmar, Hongkong, Belarus oder dem Iran als weitaus würdigere Kandidat:innen. Essen kritisierte zudem Trumps politische Bilanz insgesamt und erklärte, das Nobelkomitee werde ihn „niemals“ auszeichnen.

Der Austausch fand im Newsletter kressexpress statt, einem täglichen Branchenüberblick zu Verlagsnews, Personalwechseln und Debatten. Essen, der im Februar 2026 sein Amt abgibt, will sich auch künftig über LinkedIn zu politischen Themen äußern. Sein Nachfolger, Nils von der Kall, wird dann die Geschäftsführung übernehmen.

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Die Auszeichnung ging schließlich an Machado, womit das diesjährige Auswahlverfahren abgeschlossen ist. Essens Kritik und Poschardts Unterstützung spiegeln die tiefen Gräben wider, die es in der Bewertung von Trumps globalem Einfluss gibt. Der scheidende Vorstandsvorsitzende wird seine Standpunkte weiterhin online teilen, während die Verlagswelt gespannt auf weitere Reaktionen in Branchenkreisen blickt.

Quelle