05 February 2026, 07:13

Solinger Grünen kämpfen um Schutz von Schrodtberg vor Industrieansiedlung

Eine Stadtkarte mit einem grünen Bereich in der Mitte, die eine geplante Stelle markiert, und Text, der die Grenzen von Gebäuden, Straßen und anderen Stadtmerkmalen beschreibt.

Solinger Grünen kämpfen um Schutz von Schrodtberg vor Industrieansiedlung

Die Solinger Grünen setzen sich für einen stärkeren Schutz lokaler Grünflächen ein. Sie fordern, dass Stöcken/Schrodtberg, Piepersberg West und Fürkeltrath II in Gräfrath als geschützte Landschaftsgebiete ausgewiesen werden. Der Vorstoß kommt angesichts wachsender Bedenken gegenüber Plänen, Industriegebiete auf ökologisch sensible Flächen auszudehnen.

Im Mittelpunkt der Diskussion steht Schrodtberg, ein zentraler Bestandteil des Solinger Grünzugs. Die Partei warnt, dass eine Umwandlung in ein Industriegebiet seine wichtige Funktion als Biotop entlang des Fleußmühlentals zerstören würde.

Im ursprünglichen "Masterplan Arbeit und Wirtschaft" der Grünen war den Anwohnern zugesichert worden, dass lediglich das ehemalige Sportfeld in Schrodtberg gewerblich genutzt werden solle. Nun argumentieren sie, dass eine weitere Ausdehnung dieses Versprechen brechen würde. Die Bezirksvertreterin Helga Bisier betonte, dass eine Umwidmung Schrodtbergs in ein Industriegebiet seine ökologische Funktion zunichtemachen würde.

Statt Schrodtberg zu bebauen, schlagen die Grünen vor, bestehende Gewerbegebiete in der Nähe des Birkenweiher zu nutzen. Der Planungsexperte Dietmar Gaida wies darauf hin, dass eine Bebauung der steilen Hänge in Schrodtberg kostspielig und kompliziert wäre. Zudem warnte er, dass Klagen von Anwohnern das Projekt verzögern könnten, falls die Erweiterung vorangetrieben werde.

Die Grünen fordern Stadtrat und Verwaltung auf, Natur- und Klimaschutz in der Stadtplanung Priorität einzuräumen. Sie argumentieren, dass kurzfristige politische Entscheidungen das Vertrauen der Bevölkerung untergraben. Ihr übergeordnetes Ziel ist eine nachhaltige Flächennutzung, die das ökologische Gleichgewicht in Solingen bewahrt.

Bisher gibt es keine Berichte, die diesen Konflikt mit ähnlichen Projekten in anderen Städten des Rheinisch-Bergischen Kreises in Verbindung bringen. Der Fokus bleibt auf der Zukunft Schrodtbergs und seiner Rolle in der grünen Infrastruktur Solingens.

Die Debatte um Schrodtberg zeigt die Spannungen zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Umweltschutz auf. Sollten die Vorschläge der Grünen durchgesetzt werden, könnte das Gebiet als geschützte Landschaft rechtlich abgesichert werden. Der Stadtrat steht derzeit unter Druck, Wachstum und den Erhalt der Solinger Grünflächen in Einklang zu bringen.