Skandal im Märkischen Kreis: Schweinezuchtbetrieb missachtet Tierschutz in gravierendem Ausmaß
Krzysztof LöfflerSkandal im Märkischen Kreis: Schweinezuchtbetrieb missachtet Tierschutz in gravierendem Ausmaß
Schweinemastbetrieb im Märkischen Kreis: Schwere Verstöße gegen den Tierschutz aufgedeckt
Ein Schweinezuchtbetrieb im Märkischen Kreis (Nordrhein-Westfalen) ist wegen gravierender Verstöße gegen das Tierschutzrecht in die Kritik geraten. Verdeckte Videoaufnahmen zeigen verletzte Schweine, verendete Ferkel und katastrophale hygienische Zustände – die Behörden und Zertifizierungsstellen reagierten umgehend mit Konsequenzen.
Die Tierrechtsorganisation Aninova hatte die erschütternden Missstände auf dem Betrieb dokumentiert und die Behörden alarmiert. Die Aufnahmen zeigen vernachlässigte Tiere, verfallene Stallungen und mehrere tote Ferkel. Die Organisation erstattete zudem Strafanzeige gegen den Landwirt.
Das QS-Prüfsystem führte am 14. Oktober eine Notfallprüfung durch. Die Prüfer stellten inakzeptable Zustände fest, darunter verendete Tiere, und entzogen dem Betrieb umgehend die QS-Zertifizierung. Auch der ursprünglich zuständige Auditor, der frühere Kontrollen durchgeführt hatte, wurde vorläufig von allen weiteren Prüfungen in der Nutztierhaltung ausgeschlossen.
Noch am selben Tag führte das örtliche Veterinäramt eine eigene Kontrolle durch. Dabei wurden Verstöße gegen den Tierschutz sowie Hygienemängel bestätigt. Später gab die Behörde bekannt, dass der Betrieb bereits bei früheren Überprüfungen durchgefallen war.
Aninova kritisierte scharf, dass der Landwirt nicht nur den Betrieb leitet, sondern auch Geschäftsführer des Rheinland-Nassauischen Land- und Winzerverbandes ist. Die Organisation argumentiert, dass seine Position eigentlich für höhere Standards hätte sorgen müssen – statt für solch eklatante Vernachlässigung. Gegen den Landwirt laufen nun berufsrechtliche Verfahren.
Dem Betrieb wurde die QS-Zertifizierung entzogen, der zuständige Prüfer darf keine weiteren Kontrollen mehr durchführen. Strafrechtliche Ermittlungen und disziplinarische Maßnahmen laufen. Die Behörden prüfen weiterhin das Ausmaß der Verstöße und mögliche weitere Konsequenzen.






