20 April 2026, 12:30

Sexismus-Vorwürfe gegen Denis Scheck erschüttern die Literaturkritik

Illustration eines alten Buchumschlags mit einem Mann in einem Anzug, der in einem Stuhl sitzt und nachdenklich aussieht, und einer Frau, die neben ihm steht und nachdenklich in die Ferne blickt, mit der Aufschrift "Die Macht der öffentlichen Meinung".

Sexismus-Vorwürfe gegen Denis Scheck erschüttern die Literaturkritik

Eine hitzige Debatte über Sexismus in der Literaturkritik ist entbrannt, nachdem die Autorin Sophie Passmann dem TV-Kritiker Denis Scheck vorwarf, Bücher von Frauen mit arroganter Herablassung abzutun. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht Druckfrisch, die langjährige Buchsendung des ARD, in der Schecks schroffe Urteile sowohl Begeisterung als auch scharfe Kritik auslösen.

Der Streit eskalierte, als Scheck die jüngsten Werke von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy vernichtend rezensierte. Seine Rubrik, bekannt für ihren theatralischen Stil, endet oft damit, dass ihm missfallene Bücher durch eine Rutsche in einen Mülleimer befördert werden. Passmann konterte mit dem Vorwurf des Sexismus und warf ihm vor, Autorinnen mit herablassender Attitüde zu behandeln.

Ildikó von Kürthy nahm später in Die Zeit Stellung zu Schecks Abwertung ihres Romans und ließ die Kritik nicht unwidersprochen. Auch die Schriftstellerin Elke Heidenreich meldete sich zu Wort und übt nicht nur an Schecks Rezensionsstil Kritik, sondern auch an der Rolle des ARD, der ihm diese Plattform bietet.

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Der Sender ARD verteidigte Druckfrisch und betonte, dass das Geschlecht bei literarischen Bewertungen keine Rolle spiele. Man verwies darauf, dass Scheck in der jüngsten Folge sogar mehr Bücher von Frauen gelobt als kritisiert habe. Zudem bekräftigte der ARD sein Engagement für Geschlechtergerechtigkeit im Programm und stellte klar, dass Frauenfeindlichkeit in der Sendung keinen Platz habe.

Scheck selbst hält daran fest, dass sich seine Kritik ausschließlich auf die Werke beziehe – nicht auf deren Autor:innen oder Leser:innen. Trotz der Gegenwehr bleibt er eine prägende Figur im literarischen Fernsehbetrieb Deutschlands.

Die Auseinandersetzung zeigt die Spannungen zwischen scharfer Literaturkritik und der Sorge um geschlechtsspezifische Voreingenommenheit. Während der ARD an seinem Format festhält und die Beiträge von Frauen zur Literatur betont, ebbt die Debatte nicht ab: Autor:innen und Kommentator:innen hinterfragen weiterhin Schecks Vorgehen.

Quelle