25 June 2026, 04:23

RAW-Gelände in Berlin: Kulturoase zwischen Räumungsdrohung und Wohnungsbau

Protest auf dem Ku'damm für den Erhalt der RAW-Gelände

RAW-Gelände in Berlin: Kulturoase zwischen Räumungsdrohung und Wohnungsbau

Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines bedeutenden kulturellen Zentrums, ist derzeit ungewiss. Der historische Ort, einst als Reichsbahn-Ausbesserungswerke genutzt, beherbergt heute Konzertlocations, einen Biergarten, eine Skatehalle und eine Boulderhalle. Im Winter findet dort ein Weihnachtsmarkt statt, im Sommer ein Flohmarkt.

Nach dem Fall der Berliner Mauer wurde das Gelände aufgegeben. Mit der Zeit entwickelte es sich zu einem lebendigen Kulturstandort. Mieter wie der Club Cassiopeia sehen sich nun mit Räumungsklagen konfrontiert – einige erhielten bereits kurzfristige Kündigungen für Teile des Areals. Schon nächste Woche könnte der Club Cassiopeia zwangsgeräumt werden, andere Einrichtungen könnten folgen.

Im Januar beantragte die Kurth-Gruppe eine beschleunigte Baugenehmigung für Wohnungsneubauten. Der Streit dreht sich um die Kurth-Gruppe, den Senat und den Bezirk. Uneinig ist man sich darüber, wie viele Wohnungen gebaut werden sollen und wie viele historische Hallen erhalten bleiben. Mitte Mai legten Senat und Bezirk einen Rahmenvertrag vor, doch die Kurth-Gruppe lehnte diesen ab.

Bereits Dutzende Menschen haben auf dem Kurfürstendamm gegen die Pläne protestiert. Unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“ demonstrierten sie gegen die Räumungen. Der Konflikt gefährdet die kulturelle Bedeutung des RAW-Geländes. Die ausgesprochenen Räumungsdrohungen und die abgelehnte Rahmenvereinbarung lassen die Lage weiter ungelöst. Die Entscheidung wird zeigen, ob der Ort ein kultureller Freiraum bleibt – oder ob er dem Wohnungsbau weichen muss.

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