Putin-Motte beim Kölner Karneval 2025 – warum Tilly trotz russischer Drohungen nicht aufgibt
Susan auch SchlauchinKölner Karnevalisten verteidigen das Fehlen des Putin-Wagen - Putin-Motte beim Kölner Karneval 2025 – warum Tilly trotz russischer Drohungen nicht aufgibt
Kölner Karneval zeigt erneut Putin-Mottenwagen – diesmal mit besonderer Note
Der diesjährige Kölner Karneval wird wieder einen Wagen mit Putin-Bezug präsentieren, doch diesmal mit einer neuen Wendung: Der Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly, der sich derzeit mit Strafverfahren in Russland konfrontiert sieht, zeichnet für die satirische Kreation verantwortlich. Die Veranstalter verteidigen ihre Wahl und betonen, dass politische Satire ein zentraler Bestandteil des Festes bleibe.
Bei der diesjährigen Parade werden auch andere Persönlichkeiten auf die Schippe genommen – darunter der ehemalige US-Präsident Donald Trump und die deutsche Ampelkoalition. Besonders im Fokus steht jedoch Tillys Arbeit, da russische Behörden ihm vorwerfen, mit seinen Entwürfen "Falschinformationen" über das Militär zu verbreiten.
Ursprünglich hatten die Kölner Karnevalsverantwortlichen beschlossen, in diesem Jahr beim Rosenmontagszug auf einen Putin-Wagen zu verzichten. Stattdessen übertrugen sie die Aufgabe an Jacques Tilly, einen bekannten Satiriker aus Düsseldorf. Paradedirektor Marc Michelske wies Vorwürfe zurück, die Entscheidung sei aus Angst vor russischer Reaktion getroffen worden, und bezeichnete sie als "richtigen Schritt".
Tilly selbst steckt jedoch inzwischen in rechtlichen Schwierigkeiten in Moskau. Die russischen Behörden haben ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet, weil seine Karnevalsmotten angeblich falsche Behauptungen über das Militär verbreiten. Zwar räumt er ein, dass er mit neuen Reisebeschränkungen konfrontiert sei, doch von Einschüchterung lässt er sich nicht abhalten.
Die russische Regierung hat sich bisher nicht offiziell zu Tillys früheren Putin-Motten geäußert. Doch frühere Fälle zeigen ein Muster der Unterdrückung künstlerischen Protests: 2022 wurde die Künstlerin Sasha Skochilenko zu einer Haftstrafe verurteilt, weil sie in Supermärkten Preisschilder durch anti-kriegsbotschaften ersetzt hatte. Zwei Jahre später erhielt Nardy Karawajewa eine siebenjährige Haftstrafe für ähnliche Kunstaktionen. Selbst der Satiriker Maksim Podsvirov musste sich 2021 wegen YouTube-Videos, in denen er Behörden verspottete, vor Gericht verantworten.
Neben Putin richtet sich die diesjährige Parade auch gegen andere umstrittene Persönlichkeiten. Mottenwagen werden sich über Donald Trump und die anhaltenden Streitigkeiten innerhalb der deutschen Ampelregierung lustig machen. Damit führt der Karneval seine Tradition fort, Humor mit scharfer politischer Kritik zu verbinden.
Tillys neuester Entwurf wird trotz des wachsenden juristischen Drucks aus Russland Teil des Kölner Karnevals sein. Sein Wagen reihen sich ein in die Reihe der Motive, die sich über globale und nationale Politiker lustig machen. Die Veranstalter stehen weiterhin fest hinter ihm und unterstreichen damit die langjährige Rolle des Karnevals als Plattform für mutige Satire.