Proteste in der Mailänder Scala: Warum die Ticketpreise jetzt steigen
Krzysztof LöfflerProteste in der Mailänder Scala: Warum die Ticketpreise jetzt steigen
Mailänder Scala erhöht zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt die Ticketpreise – Proteste bei Premiere von Verdis Carmen
Die Mailänder Scala hat zum ersten Mal seit zehn Jahren die Ticketpreise angehoben. Die Entscheidung sorgt vor allem bei den treuen Fans in den oberen Rängen für Unmut. Die Theaterleitung betont jedoch, dass die Erhöhungen begrenzt und notwendig seien.
Die Preise für 36 Premium-Plätze in der zweiten Galerie stiegen von 800 auf 1.050 Euro – ein Anstieg von über 30 Prozent. Diese Plätze zählen zu den begehrtesten im Haus. Im Schnitt fällt die Teuerung jedoch moderat aus: Die Plätze in den Galerien kosten in der Spielzeit 2025–26 durchschnittlich 45,56 Euro, im folgenden Jahr dann 46,94 Euro.
Während der Premiere von Verdis Carmen kam es zu Protesten. Aus den oberen Rängen flogen Flugblätter, die gegen die Preiserhöhungen protestierten. Besonders lautstark zeigen sich die „Loggionisti“ – langjährige Unterstützer der oberen Galerie –, die sich vehement gegen die Änderungen aussprechen.
Die Leitung der Scala relativiert die Kritik. Nur 36 der insgesamt 531 Sitze seien betroffen, heißt es. Zwar arbeitet das Theater derzeit mit einem Überschuss, doch steigende Kosten durch Tarifverhandlungen und die Verlegung von Werkstätten machten die Anpassung notwendig. Intendant Fortunato Ortombina versicherte, dass unter seiner Führung keine weiteren Erhöhungen geplant seien.
Mit den neuen Preisen festigt die Scala ihre Position als teuerstes Theater Europas – nur das Salzburger Festspiel übertrifft sie noch. Die Entscheidung spiegelt finanzielle Zwänge wider, obwohl das Haus wirtschaftlich gut dasteht. Für die meisten Besucher ändert sich vorerst wenig.






