Preiskampf bei Schweinefleisch: Aldi und Norma senken drastisch – Hunderte Jobs in Gefahr
Krzysztof LöfflerPreiskampf bei Schweinefleisch: Aldi und Norma senken drastisch – Hunderte Jobs in Gefahr
Ein drastischer Preisverfall bei Schweinefleisch hat einen Preiskampf unter deutschen Supermärkten ausgelöst. Discounter wie Aldi Süd und Norma senken die Preise für Fleischprodukte – von Hackfleisch bis hin zu Wurstwaren. Gleichzeitig stellen große Fleischverarbeiter Betriebe still, wodurch Hunderte von Arbeitsplätzen bedroht sind.
Den Anfang machten die Preissenkungen bei Butter, als 250-Gramm-Packungen unter einen Euro fielen. Nun sind die Schweinefleischpreise innerhalb einer einzigen Woche um 10 Prozent eingebrochen. Laut dem Verband der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) kostet Schlachtschweinefleisch derzeit 1,45 Euro pro Kilogramm. Aldi Süd bietet eine 800-Gramm-Packung Schweinehack für 3,79 Euro an, während Norma die Preise für Schweinekoteletts, Minute-Steaks und Rinderhack gesenkt hat. Auch vorgepacktes Gyros, Schnitzel, Koteletts und Gulasch sind im Angebot günstiger geworden.
Der Preisdruck zwingt die Branche zu Umstrukturierungen. Der Fleischkonzern Vion hat angekündigt, sein Rinderschlachtbetrieb in Hilden zu schließen, wodurch rund 160 Arbeitsplätze gefährdet sind. Die EWN Wurstspezialitäten, Teil der Zur-Mühlen-Gruppe, wird ihr Werk in Britz (Brandenburg) bis zum 28. Februar 2026 schrittweise schließen – betroffen sind etwa 500 Mitarbeiter. Die Produktion der Marke "Eberswalder" soll jedoch an anderen Standorten fortgeführt werden. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) warnt, dass die Preissenkungen die Umstrukturierung in der Schweinehaltung beschleunigen werden. Andere deutsche Fleischverarbeiter haben in den letzten Wochen keine vergleichbar konkreten Schließungs- oder Übernahmepläne durch ausländische Investoren bekannt gegeben.
Die Supermärkte geben die gesunkenen Fleischpreise an die Verbraucher weiter, doch die Branche steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Betriebsstilllegungen und Arbeitsplatzverluste haben bereits begonnen, und weitere Anpassungen sind zu erwarten, während sich die Hersteller auf die neuen Marktbedingungen einstellen. Die langfristigen Folgen für die Schweinehaltung und die Fleischverarbeitung bleiben abzuwarten.