Pfändungen blockieren monatlich 300.000 Konten – Betroffene kämpfen um Zugang zu ihrem Geld
Anatol FrankePfändungen blockieren monatlich 300.000 Konten – Betroffene kämpfen um Zugang zu ihrem Geld
Jeden Monat sind in Deutschland zwischen 300.000 und 350.000 Bankkonten von Pfändungen betroffen. Viele Konteninhaber haben mit erheblichen Problemen zu kämpfen, da Banken gesetzliche Freibeträge oft nicht rechtzeitig berücksichtigen. Betroffene bleiben so ohne Zugang zu dringend benötigten Geldern, während ihre Konten gesperrt sind.
Sobald ein Pfändungsbeschluss eingeht, frieren die Banken umgehend alle Mittel auf dem betroffenen Girokonto ein. Die Betroffenen müssen dann selbst aktiv werden und ihr Konto in ein pfändungsschutzfähiges P-Konto umwandeln. Diese speziellen Konten schützen automatisch einen gesetzlich festgelegten monatlichen Betrag vor dem Zugriff durch Gläubiger.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung hat im Rahmen ihrer Aktionswoche vom 15. bis 19. Juni auf wiederkehrende Probleme mit P-Konten hingewiesen. Berater der Caritas Kempen-Viersen, die Standorte in Viersen, Dülken und Schwalmtal betreibt, berichten von häufigen Verzögerungen bei der Umstellung. Simone Stahn-Florian, Schuldnerberaterin bei der Caritas in Viersen, fordert die Politik auf, wirksamere Maßnahmen zu ergreifen, um den Schutz der Betroffenen zu gewährleisten.
Im Rahmen der Aufklärungskampagne bietet die Schuldnerberaterin Elisabeth Mankertz am Donnerstag, dem 18. Juni, von 11 bis 12 Uhr eine telefonische Beratungsstunde an.
Ohne schnelles Handeln bleiben gesperrte Konten weiterhin blockiert und schneiden die Betroffenen von lebensnotwendigen Finanzmitteln ab. Der Appell an die Politik zielt darauf ab, weitere Härten zu verhindern. Beratungsstellen stehen weiterhin zur Verfügung, um Betroffene bei der Durchsetzung ihrer Freibeträge zu unterstützen.
