"Panama Papers"-Prozess in Köln: Schweizer soll Steuerhinterziehung mit Briefkastenfirmen ermöglicht haben

Susan auch Schlauchin
Susan auch Schlauchin
2 Min.
Ein aufgeschlagenes Buch mit handgeschriebener Text, wahrscheinlich ein Dokument der Bundesrepublik Deutschland, mit Wasserzeichen am unteren Rand.Susan auch Schlauchin

Prozess um die 'Panama Papers' in Deutschland beginnt - "Panama Papers"-Prozess in Köln: Schweizer soll Steuerhinterziehung mit Briefkastenfirmen ermöglicht haben

Vor dem Landgericht Köln hat ein großer Prozess im Zusammenhang mit dem "Panama Papers"-Skandal begonnen. Im Mittelpunkt steht ein 56-jähriger Schweizer, dem vorgeworfen wird, Kunden durch Briefkastenfirmen im Ausland bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Fast ein Jahrzehnt nach dem Datenleck ziehen sich die juristischen Folgen für die Beteiligten weiterhin hin.

Der Angeklagte soll zwischen 2002 und 2019 Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Teil einer Unternehmensgruppe gewesen zu sein, die in Panama und anderen Steueroasen Briefkastenfirmen gründete. Diese Firmen hätten demnach die wahren Eigentümer verschleiert und es Kunden so ermöglicht, Steuern zu hinterziehen.

Laut Anklageschrift stehen 50 dieser Offshore-Firmen mit einem Steuerausfall von rund 13 Millionen Euro in Verbindung. Dem Angeklagten werden die Bildung krimineller Vereinigungen sowie die Beihilfe zur Steuerhinterziehung in zwei getrennten Fällen vorgeworfen. Bisher wurden im Rahmen dieser spezifischen Ermittlungen keine weiteren Personen oder Unternehmen angeklagt.

Während der Verhandlung räumte der Angeklagte eine Teilverantwortung ein und zeigte Reue. Das Gericht hat sieben Verhandlungstage angesetzt; die Fortsetzung des Prozesses ist für morgen geplant.

Der Prozess markiert einen weiteren Schritt in den langwierigen Nachwirkungen des "Panama Papers"-Leaks. Bei einer Verurteilung drohen dem Angeklagten Strafen für seine mutmaßliche Rolle in dem Steuerhinterziehungsnetzwerk. Der Fall unterstreicht die anhaltenden rechtlichen Konsequenzen des Datenlecks von 2016.

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