31 December 2025, 11:02

OWL-Mittelstand nutzt jetzt KI-Tools aus der Praxis von Claas und Schmitz Cargobull

Ein Plakat mit einer Maschine und begleitendem Text.

OWL-Mittelstand nutzt jetzt KI-Tools aus der Praxis von Claas und Schmitz Cargobull

Kleine und mittlere Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe (OWL) erhalten Zugang zu KI- und Digitalwerkzeugen

Unternehmen des Mittelstands in der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL) in Nordrhein-Westfalen können nun auf moderne digitale Lösungen und KI-Technologien zurückgreifen. Entwickelt wurden diese im Rahmen des Projekts Data Factory NRW, das vom Technologienetzwerk it’s OWL unterstützt wird. Firmen wie Schmitz Cargobull und Claas haben die Systeme bereits in ihren Betrieben erprobt und eingeführt.

Die Kompetenzplattform AI.NRW hat die Initiative zudem als Leuchtturmprojekt ausgezeichnet. Im Fokus steht die Anwendung von Künstlicher Intelligenz in der Fabrikplanung, Produktion, Logistik und Unternehmensarchitektur, um lokalen Betrieben den Einstieg in erprobte Technologien zu erleichtern.

Das Netzwerk it’s OWL realisierte die Data Factory NRW in Zusammenarbeit mit mehreren Unternehmen und Fraunhofer-Instituten. Das Projekt verfügte über ein Gesamtbudget von 14,5 Millionen Euro, wovon das Land Nordrhein-Westfalen 9,2 Millionen Euro bereitstellte. Ziel war es, praxistaugliche KI- und Digitallösungen speziell für kleinere Hersteller zu entwickeln.

Ein zentrales Ergebnis sind 51 direkt einsatzbereite Anwendungen, etwa für Schichtplanung und Qualitätskontrolle. Diese Tools stehen nun auch Mittelständlern in der Region zur Verfügung und ermöglichen es ihnen, bewährte Methoden ohne eigenen Entwicklungsaufwand zu übernehmen. Der Landmaschinenhersteller Claas führte beispielsweise am Standort Harsewinkel ein Assistenzsystem für Mitarbeiter ein. Über eine Weboberfläche zeigt es Montageanleitungen und Auftragsdaten an – vernetzt mit der Fabrik durch eine Industrial Internet of Things (IIoT)-Infrastruktur. Aktuell nutzen 120 Arbeitsplätze diese Technologie. Zudem testet das Unternehmen einen generativen KI-Chatbot, der Echtzeit-Unterstützung bei Montagearbeiten bietet.

Der Anhängerhersteller Schmitz Cargobull setzte am Standort Vreden auf ein digitales Fabrikmodell, das eine nahtlose Planung über verschiedene Softwaretools hinweg ermöglicht. KI-gestützte Verfahren verarbeiten dabei 3D-Punktwolken, während Arbeitsplätze durch Motion-Mining optimiert und virtuelle Pappkarton-Workshops zur Beschleunigung von Designprozessen eingeführt wurden. Über das Netzwerk it’s OWL werden diese Innovationen nun an kleinere Betriebe weitergegeben – mit dem Ziel, deren Modernisierung mit minimalem Risiko und nachweislichem Nutzen voranzutreiben.

Die Data Factory NRW hat damit praxisnahe KI- und Digitalwerkzeuge für die Fertigungsindustrie geschaffen. Unternehmen in der OWL-Region können diese Lösungen, die von Großbetrieben entwickelt und erprobt wurden, nun selbst nutzen. Durch die Förderung und die Zusammenarbeit mit Fraunhofer-Instituten bleibt sichergestellt, dass die Angebote für den Mittelstand zugänglich und wirksam bleiben.