24 June 2026, 20:21

Opernhäuser zwischen Kunst und Kommerz: Wie Instagram die Klassik verändert

Die Neue Kitschigkeit

Opernhäuser zwischen Kunst und Kommerz: Wie Instagram die Klassik verändert

Europas große Opernhäuser setzen auf Instagram, um neues Publikum zu gewinnen – doch oft steht dabei nicht die Kunst im Mittelpunkt, sondern Lifestyle und Unterhaltung. Diese Entwicklung hat eine Debatte darüber ausgelöst, wie Oper im Netz präsentiert wird.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das Bayerische Staatsoper-Profil hebt sich ab, indem es den Fokus auf die Musik legt. Hier gibt es Diskussionen über Wagner und philosophische Themen, mit Auftritten prominenter Persönlichkeiten wie Vladimir Jurowski und Jonas Kaufmann. Doch auch nostalgische Anspielungen wie „Achtung Klassik!“ verleihen dem Account einen leicht veralteten Touch.

Andere Häuser gehen ganz eigene Wege. Die Wiener Staatsoper lässt mit Hemma und Jakob die Oper als Spielwiese oder kulinarisches Erlebnis erscheinen. Die Festspielhaus Baden-Baden kombiniert klassische Musik mit „Spritz“-Cocktails, während die Moderatoren lässig und hip wirken wollen.

Manche Accounts setzen auf Praktisches statt auf Künstlerisches: Anleitungen für die Bestellung von Pausenbuffets, Erklärungen zu Dresscodes oder Benimmregeln sind weit verbreitet. Opera Bert zeigt sogar eine Duschszenen und ein Reaktionsvideo zu Jonathan Tetelmans Gehaltsabrechnung – die Oper wird so auf banale Momente reduziert.

Die Staatsoper Berlin setzt hingegen auf unternehmerische Seriosität. Ihr Feed wirbt prominent mit Sponsoren wie BMW und rückt die Institution damit in die Nähe kommerzieller Interessen.

Die Opernhäuser nutzen Instagram, um ein breiteres Publikum zu erreichen – doch viele priorisieren Lifestyle, Konsum und Sponsoring über musikalische Tiefe. Das Ergebnis ist ein uneinheitliches Bild: Einige Häuser betonen die Kunst, andere behandeln Oper als bloße Unterhaltung.

Quelle