NRW verfehlt Klimaneutralität 2030: Warum die Landesverwaltung scheitert
Susan auch SchlauchinNRW verfehlt Klimaneutralität 2030: Warum die Landesverwaltung scheitert
Nordrhein-Westfalens Ziele einer klimaneutralen Landesverwaltung bis 2030 rücken in weite Ferne
Interne Dokumente zeigen, dass fehlende Mittel und Personalengpässe dringend notwendige Sanierungen von Gebäuden blockieren. Währenddessen verfallen öffentliche Immobilien zusehends – und auf Nachfragen zu verpassten Klimazielen erhalten Journalisten keine Antworten.
Schon 2011 hatte das Land versprochen, den CO₂-Ausstoß durch Gebäudesanierungen, Solaranlagen und die Umstellung auf Elektrofahrzeuge zu senken. Doch mehr als ein Jahrzehnt später sind zentrale Maßnahmen nicht umgesetzt. Seit dem Beschluss wurden keine aktuellen Treibhausgasdaten mehr veröffentlicht.
In Remscheid greifen Polizisten zu privaten Heizlüftern, weil die Wachen undicht sind, während in Kölner Uni-Hörsälen trotz voll aufgedrehter Heizung eisige Temperaturen herrschen. Verfallene oder marode Liegenschaften wie der Gartentrakt der Bezirksregierung Köln oder Polizeistandorte in Wuppertal zeugen von jahrelanger Vernachlässigung. Die Umweltorganisation BUND NRW wirft der landeseigenen Bau- und Liegenschaftsgesellschaft BLB NRW vor, gesetzliche Vorgaben zur Solarnutzung zu ignorieren. Innenminister Herbert Reul weigerte sich kürzlich, eine überarbeitete Klimaschutzverordnung zu unterzeichnen – das 2030-Ziel bleibt damit zwar formal bestehen, ist aber rechtlich nicht durchsetzbar. Zuständige Minister lehnten zudem Kamera-Interviews zu den Versäumnissen ab.
Offiziell gilt die Klimaneutralität bis 2030 weiterhin. Doch interne Papiere und ungelöste Instandhaltungsprobleme deuten darauf hin, dass das Vorhaben scheitern wird. Ohne zusätzliche Mittel oder Konsequenzen verschwenden Landesgebäude weiter Energie, und Emissionsdaten bleiben unter Verschluss. Eine überarbeitete Strategie oder ein neuer Zeitplan für die Klimaziele fehlt bisher.