NRW setzt neue ökologische Maßstäbe für Freiflächen-Solarparks
Landesamt für Natur, Umwelt und Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen veröffentlicht Leitfaden zur ökologischen Bewertung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klimaschutz (LANUV) in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Leitfaden für die Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Photovoltaikanlagen vorgelegt. Darin werden verbindliche Kriterien festgelegt, um Ausgleichsmaßnahmen im gesamten Landesgebiet zu standardisieren.
Erstmals führt der Leitfaden ein Punktesystem von null bis fünf ein, mit dem Teilflächen von Anlagen klassifiziert werden. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten die Bewertung null und erfordern einen vollständigen Ausgleich. Teilversiegelte Bereiche, etwa Schotterwege, werden mit einem Punkt bewertet.
Die Flächen direkt unter den Modulen erhalten in der Regel einen Punkt – sie werden damit gleichbewertet wie Schotterwege. Die Bewertung der Zwischenräume zwischen den Modulreihen variiert je nach angestrebtem Biotoptyp; mögliche Abzüge beeinflussen die Gesamtökobilanz der Anlage.
Um naturnahe Gestaltungsformen zu fördern, empfiehlt die Behörde einen Reihenabstand von mindestens fünf Metern, eine Modulunterkante von mindestens 0,8 Metern Höhe sowie eine fundamentfreie Bauweise. Ziel des Leitfadens ist es, landesweit einheitliche Berechnungsgrundlagen für Ausgleichsmaßnahmen zu schaffen.
Nordrhein-Westfalen plant, seine Photovoltaik-Kapazität von derzeit 13,21 Gigawatt auf 50 Gigawatt bis 2040 auszubauen. Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW hat jedoch Bedenken geäußert. Er hinterfragt die wissenschaftliche Grundlage der Bewertung und kritisiert, dass die Einstufung der Flächen unter und zwischen den Modulen zu niedrig ausfalle.
Der Leitfaden setzt klare, einheitliche Maßstäbe für ökologische Bewertungen und wird maßgeblich beeinflussen, wie künftige Freiflächen-Photovoltaikprojekte geplant und ausgeglichen werden. Die ehrgeizigen Ziele des Landes im Bereich erneuerbare Energien müssen nun mit diesen ökologischen Anforderungen in Einklang gebracht werden.






