NRW setzt auf Videoüberwachung gegen Gewalt in Bussen und Bahnen
Krzysztof LöfflerNRW setzt auf Videoüberwachung gegen Gewalt in Bussen und Bahnen
Öffentliche Verkehrsbetriebe in Nordrhein-Westfalen bauen Videoüberwachung aus, um die Sicherheit zu erhöhen. Immer mehr Busse, Straßenbahnen und Züge im Land sind mit Kameras ausgestattet, um Straftaten vorzubeugen und Fahrgäste sowie Personal besser zu schützen. Der Ausbau erfolgt vor dem Hintergrund einer Zunahme von Angriffen auf Beschäftigte im Nahverkehr der Region.
Bei der Rheinbahn in Düsseldorf sind bereits fast alle Busse mit Kameras ausgerüstet. Rund 70 Prozent der Straßen- und Stadtbahnen verfügen ebenfalls über die Technik. Zudem testet der Betreiber in einem einjährigen Pilotprojekt bei 20 Mitarbeitenden Körperkameras.
In Köln hat der Verkehrsbetrieb KVB nach einer erfolgreichen Testphase seine Bodycam-Flotte auf 65 Geräte erweitert. Die Kameras haben sich bewährt, um Konflikte zu entschärfen und Übergriffe auf Personal und Fahrgäste zu reduzieren. Die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) gehen noch einen Schritt weiter: Sie setzen ein eigenes Sicherheitsteam ein, das auf Vorfälle reagiert, die von den Videokameras erfasst werden.
Im Schienenverkehr sind bereits etwa 90 Prozent der S-Bahnen und Regionalzüge in NRW mit Videotechnik ausgestattet. Ein Landesprogramm zur Installation von Kameras an 100 kleineren und mittelgroßen Bahnhöfen steht kurz vor dem Abschluss. Neue Busse in Aachen verfügen nun über eine vollständige Innenraumüberwachung – früher erfassten die Systeme nur die Einstiegsbereiche.
Der Ausbau der Überwachung erfolgt, nachdem die Angriffe auf Regionalzug-Personal in NRW im vergangenen Jahr stark angestiegen sind. Über 1.300 Bedrohungen und 905 körperliche Übergriffe wurden registriert. Die Behörden hoffen, mit den neuen Systemen Vorfälle abschrecken und Beweismaterial für Ermittlungen liefern zu können.
