11 February 2026, 19:24

NRW-Reform für Lehrergehälter: Höhere Einstiege, aber fehlende Karriereanreize

Eine Gruppe von Kindern in Schuluniformen, die eine Straße entlanggehen, mit einer Frau auf der linken Seite und im Hintergrund Gebäude, Bäume, Pflanzen, ein Zaun, Pfosten und einen klaren Himmel, alles in Schwarz-Weiß dargestellt.

NRW-Reform für Lehrergehälter: Höhere Einstiege, aber fehlende Karriereanreize

Geplante Gehaltsreform für Lehrer in Nordrhein-Westfalen löst Proteste aus

Eine geplante Gehaltsreform für Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen hat scharfe Kritik von Gewerkschaften und Oppositionsparteien ausgelöst. Ab August 2026 sollen alle neu eingestellten Lehrer – einschließlich Grundschul- und Lehrkräfte an weiterführenden Schulen – direkt in die höhere Besoldungsstufe A13 eingruppiert werden, was dem Einstiegsgehalt von Gymnasiallehrern entspricht. Kritiker monieren jedoch, dass die Reform zentrale Probleme bei der Karriereentwicklung und der Bezahlung von Führungspositionen ignoriert.

Ziel der Landesregierung ist es, mit der Anhebung der Einstiegsgehälter für Grundschul- und Lehrkräfte an weiterführenden Schulen die Attraktivität des Berufs zu steigern und so dem Lehrermangel entgegenzuwirken. Bisher beginnen diese Lehrkräfte in niedrigeren Besoldungsstufen, während Gymnasiallehrer bereits in A13 einsteigen. Die Reform soll nun die Einstiegsgehälter aller Schulformen angleichen.

Kritik an fehlenden Anreizen für Führungsaufgaben Allerdings bleiben die Gehälter für Beförderungsstellen, Funktionsämter und Schulleitungen unverändert. Dadurch entspricht die erste Beförderungsstufe künftig dem Einstiegsgehalt – ein finanzieller Anreiz für zusätzliche Verantwortung entfällt damit. Gewerkschaften warnen, dass dies Lehrkräfte demotivieren könnte, die nach Karrierechancen streben, da keine neuen Perspektiven geschaffen wurden.

Oppositionsparteien und Gewerkschaften kritisieren vor allem, dass die Reform keine Differenzierung bei Führungs- und Funktionsstellen vorsieht. Sie fordern bis 2027 eine grundlegende Überarbeitung der Besoldungsstrukturen, inklusive klarer Haushaltsgarantien und verlässlicher Aufstiegsmöglichkeiten. Ohne solche Änderungen drohe die Reform, Führungspositionen unattraktiv zu machen.

Tausende Lehrkräfte betroffen – aber viele Fragen offen Die Reform betrifft Tausende Lehrkräfte an Grund- und weiterführenden Schulen, die genaue Zahl steht jedoch noch nicht fest. Zwar steigen die Einstiegsgehälter, doch die fehlenden Anpassungen bei Beförderungen und Führungspositionen lassen zentrale Probleme ungelöst. Gewerkschaften und Opposition bleiben daher in ihrer Forderung nach weiteren Änderungen, um eine faire Gehaltsentwicklung zu gewährleisten.