NRW-Polizei startet digitale Großoffensive gegen Online-Kriminalität
Karlheinz MiesNRW-Polizei startet digitale Großoffensive gegen Online-Kriminalität
Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive für bessere digitale Ermittlungen
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Fähigkeiten bei Online-Ermittlungen deutlich auszubauen. Das neue Projekt mit dem Namen Digitale Streife erweitert den Einsatz von Open Source Intelligence (OSINT) im gesamten Bundesland. Die Behörden wollen damit die Erfassung und Auswertung öffentlich zugänglicher Daten für die Strafverfolgung professionalisieren.
Die Maßnahme lief im September 2024 unter der Federführung des Landeskriminalamts (LKA) in Düsseldorf an. Fabian Coenen leitet dort die Abteilung 22.2, die sich auf OSINT bei politisch motivierter Kriminalität spezialisiert hat. Sein Team ist von ursprünglich zwei Mitarbeitern auf 16 Fachkräfte angewachsen – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler.
Im Rahmen der Digitalen Streife wurden zehn neue Beamte beim LKA eingestellt, hinzu kommen fast 100 weitere Kräfte in sechs regionalen Polizeibehörden. Die Einheiten arbeiten nach dem Prinzip der Schwarmintelligenz – sie bündeln ihr Fachwissen durch strukturierte Teamarbeit, um maximale Ergebnisse zu erzielen. Sechs spezialisierte Teams bieten nun schnelle OSINT-Unterstützung für dringende Maßnahmen im Bereich des Staatsschutzes.
Ein zentraler Baustein der Expansion ist die Ausbildung. Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Dozent an der Landespolizeischule in Neuss, schult sowohl neue LKA-Rekruten als auch Beamte der Digitalen Streife. Seine Kurse vermitteln, wie man Informationen aus offenen Quellen wie sozialen Medien sammelt und bewertet. Eine seiner Schülerinnen ist die 28-jährige Laura Ellrich, die 2022 in die Staatsschutzabteilung des LKA eintrat und Ende 2024 zur Digitalen Streife stieß.
Die Initiative bedeutet einen deutlichen Fortschritt für die digitalen Ermittlungskapazitäten Nordrhein-Westfalens. Mit fast 120 in OSINT geschulten Beamten kann die Polizei schneller auf Online-Bedrohungen reagieren. Die strukturierte Zusammenarbeit zwischen den Spezialisten sorgt dafür, dass Ermittlungen von einem breiteren Fachwissen profitieren.






