NRW: Nur jede dritte Professur ist mit einer Frau besetzt – trotz Fortschritten
Krzysztof LöfflerImmer mehr Frauen führen Universitäten in NRW - NRW: Nur jede dritte Professur ist mit einer Frau besetzt – trotz Fortschritten
Frauenanteil unter Professoren in NRW bleibt unter einem Drittel – trotz Fortschritten
Trotz stetigen Wachstums in den vergangenen zehn Jahren sind Frauen in Nordrhein-Westfalen (NRW) nach wie vor unterrepräsentiert: Nur 29,6 Prozent der Professuren im Land werden von Frauen besetzt. Zwar hat sich ihr Anteil in Führungspositionen an Hochschulen deutlich erhöht, doch besonders in zentralen Fachbereichen bestehen weiterhin erhebliche Lücken. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die sowohl Fortschritte als auch anhaltende Defizite aufzeigen.
Der Frauenanteil unter den Professoren in NRW stieg von 21,8 Prozent im Jahr 2013 auf 29,6 Prozent im Jahr 2023. Allerdings fallen die Zuwächse je nach Disziplin sehr unterschiedlich aus. In den Geisteswissenschaften sind mittlerweile 46,3 Prozent der Professuren mit Frauen besetzt – der höchste Wert aller Fachbereiche im Land. In den Ingenieurwissenschaften, dem größten akademischen Feld in NRW, liegt der Anteil dagegen bei nur 17,7 Prozent und damit am niedrigsten.
In Mathematik und den Naturwissenschaften stellen Frauen 23,4 Prozent der Professorenschaft, in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sind es 25,6 Prozent, in der Rechtswissenschaft 27,2 Prozent. Besonders in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) hinkt die Entwicklung hinterher: Hier stieg der Frauenanteil seit 2013 lediglich von etwa 12 auf 18 Prozent – während er in den nicht-technischen Fächern von 22 auf 32 Prozent kletterte.
Auf Führungsebene zeigt sich hingegen ein positiveres Bild. Der Anteil von Frauen in hochschulischen Leitungsfunktionen hat sich mehr als verdoppelt: von 18,9 Prozent im Jahr 2013 auf 41,7 Prozent 2023. Damit liegt NRW über dem Bundesschnitt von 35,1 Prozent. Aktuell werden 15 der 42 Hochschulen im Land von Rektorinnen oder Präsidentinnen geleitet.
Wissenschaftsministerin Ina Brandes (CDU) betonte, es gelte, die Expertise von Forscherinnen stärker wahrzunehmen und zu nutzen. Die Daten, die vom NRW-Wissenschaftsministerium und der HIS-Hochschul-Informations-System GmbH erhoben wurden, spiegeln die anhaltenden Bemühungen wider, geschlechtsspezifische Ungleichheiten im Hochschulbereich abzubauen.
Die aktuellen Zahlen zeichnen ein gemischtes Bild: Während Frauen in Führungspositionen deutlich stärker vertreten sind als noch vor zehn Jahren, bleibt ihr Anteil unter den Professoren – insbesondere in den MINT-Fächern – weiterhin zu niedrig. Das Land beobachtet die Entwicklungen weiterhin genau und setzt sie in den Kontext umfassender Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung in der Wissenschaft.