07 April 2026, 10:32

NRW-Arbeitgeber fordern radikale Gesundheitsreform mit Praxisgebühr und höheren Zuzahlungen

Flussdiagramm, das die Stadien medizinischer Kosten von vor der Krankheit bis zu den Gesundheitsergebnissen darstellt, mit beschrifteten Boxen und verbindenden Pfeilen.

NRW-Arbeitgeber fordern radikale Gesundheitsreform mit Praxisgebühr und höheren Zuzahlungen

Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen drängen auf grundlegende Reformen des Gesundheitssystems

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Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen fordern weitreichende Änderungen im deutschen Gesundheitssystem. Ohne Reformen drohten steigende Kosten Unternehmen und Beschäftigte zusätzlich zu belasten, warnen sie. Johannes Pöttering, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes NRW, hat nun ein Maßnahmenpaket vorgelegt, das die Ausgaben senken und Patienten stärker in die Pflicht nehmen soll.

Pöttering verwies auf die wachsende finanzielle Belastung des öffentlichen Gesundheitssystems. Sollte nichts unternommen werden, könnten die Beitragssätze seiner Einschätzung nach auf 20 Prozent steigen. Innerhalb des nächsten Jahrzehnts drohe sogar eine Gesamtbelastung durch Sozialabgaben von fast 50 Prozent, so Pöttering.

Als Gegenmaßnahme schlug er vor, die früher bereits erhobene Praxisgebühr von 10 Euro pro Arztbesuch wieder einzuführen – eine Regelung, die 2013 abgeschafft worden war. Zudem plädierte er für höhere Zuzahlungen bei verschreibungspflichtigen Medikamenten. Derzeit zahlen Patienten zwischen 5 und 10 Euro pro Packung; Pöttering hält eine Anhebung für notwendig.

In einem von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) unterstützten Positionspapier wird darauf hingewiesen, dass allein inflationsbedingte Anpassungen die Mindest- und Höchstgrenzen für Medikamentenzuzahlungen bis 2025 auf 7,50 bzw. 15 Euro steigen ließen. Ein weiterer umstrittenen Vorschlag sieht vor, die beitragsfreie Familienversicherung für Ehepartner ohne Elternzeit abzuschaffen.

Pöttering begründet diese Schritte mit der Notwendigkeit, mehr Eigenverantwortung zu fördern. Ohne solche Maßnahmen drohten Unternehmen und Arbeitnehmern in den kommenden Jahren noch höhere finanzielle Belastungen, warnte er.

Die Vorschläge zielen darauf ab, die steigenden Gesundheitskosten durch höhere Patientenzuzahlungen zu begrenzen. Falls umgesetzt, würden Gebühren für Arztbesuche und Medikamente steigen, während bestimmte Leistungen eingeschränkt werden könnten. Die Arbeitgeber betonen, dass diese Änderungen unverzichtbar seien, um eine weitere Überlastung des Systems zu verhindern.

Quelle