Newroz in Berlin: Ein Fest des Widerstands und der kulturellen Vielfalt
Anatol FrankeNewroz in Berlin: Ein Fest des Widerstands und der kulturellen Vielfalt
Berlin feiert Newroz: Ein farbenfrohes Frühlingsfest mit kurdischen, iranischen und zentralasiatischen Traditionen
An diesem Wochenende wird Berlin Schauplatz einer lebendigen Feier zu Newroz, dem uralten Frühlingsfest, das an mehreren Orten in der Stadt stattfindet. Die Veranstaltungen präsentieren Bräuche der kurdischen, iranischen, afghanischen und zentralasiatischen Gemeinschaften – viele von ihnen erleben in ihren Herkunftsländern seit langem Unterdrückung. Erstmals beteiligt sich auch das Humboldt Forum mit einem ganztägigen, kostenlosen Programm für alle Besucher.
Das Newroz-Fest im Humboldt Forum findet am Samstag von 11 bis 20:30 Uhr statt und verbindet klassische Musik mit kurdischem Rock. Sieben Berliner Kulturvereine haben sich zusammengeschlossen, um Traditionen der kurdischen, usbekischen, iranischen und afghanischen Gemeinschaften zu präsentieren. Besucher können Drachen bauen, Eier bemalen, traditionelle Tänze erlernen und dabei die tiefe Geschichte des Festes kennenlernen.
An anderer Stelle in der Stadt widmet sich das Haus der Kulturen der Welt der persischen Kultur: Kuratorin Ava Irandoost stellt Irans einzigartige Nowruz-Bräuche in den Mittelpunkt. Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Nowruz zwischen Schmerz und Hoffnung: Iranische und afghanische Perspektiven" untersucht, wie das Fest trotz jahrzehntelanger Unterdrückung zu einem Symbol des Widerstands geworden ist. Seit fast 50 Jahren bekämpft das iranische Regime Nowruz-Feiern – etwa das Feuerfest, bei dem Menschen über Flammen springen –, und macht sie so zu Akten des Protests.
Weitere Veranstaltungen finden im Gorki Theater, auf dem Oranienplatz und am Waterloo Ufer 7 statt, sodass die Feierlichkeiten die ganze Stadt erfassen. Obwohl Newroz in acht Ländern – darunter Iran und Afghanistan – offiziell als Feiertag anerkannt ist, bleibt es in einigen Regionen verboten. Das macht die Berliner Zusammenkünfte umso bedeutender.
Das Fest bietet seltenen Gemeinschaften im Exil die Möglichkeit, ihr kulturelles Erbe offen zu teilen. Mit freiem Eintritt und einem vielseitigen Programm hoffen die Veranstalter, den Berlinerinnen und Berlinern eine Tradition näherzubringen, die Jahrhunderte politischer und religiöser Unterdrückung überdauert hat. Gleichzeitig erinnern die Feierlichkeiten an die anhaltenden Kämpfe all jener, die Newroz trotz Repression weiterbegehen.






