Neuer Präsident für das Oberverwaltungsgericht Münster nach jahrelanger Vakanz
Susan auch SchlauchinNach Machtkampf um OVG-Spitze: Günther offiziell im Amt - Neuer Präsident für das Oberverwaltungsgericht Münster nach jahrelanger Vakanz
Oberverwaltungsgericht Münster hat nach vierjähriger Vakanz neuen Präsidenten
Nach einer vierjährigen Führungslücke hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster einen neuen Präsidenten: Carsten Günther übernahm das Amt im vergangenen Sommer – nach einem langwierigen und umstrittenen Berufungsverfahren. Seine Ernennung beendet eine ungewöhnliche Phase, in der das Gericht ohne dauerhafte Spitze agieren musste.
Die Vakanz begann 2021 mit dem Ausscheiden von Ricarda Brandts aus dem Amt. Statt einer zügigen Nachfolge entbrannte ein erbitterter Streit, der mehrere Gerichte und sogar einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss beschäftigte. Die Verzögerungen ließen das OVG über Jahre in einer prolongierten Übergangsphase – geleitet von zwei Vizepräsidenten, die die Geschäfte kommissarisch führten.
Trotz der unsicheren Führungssituation fällte das Gericht in dieser Zeit weiterhin Urteile, auch in sensiblen verwaltungsrechtlichen Fragen. So verhandelte es etwa über die Klage der AfD gegen ihre Einstufung durch die Behörden. Allerdings geben öffentliche Unterlagen aus dem frühen Jahr 2026 keine klare Auskunft darüber, wie das Gericht die Bearbeitung hochkarätiger Verfahren ohne festen Präsidenten organisierte.
Günthers juristische Laufbahn umfasst mehr als zwei Jahrzehnte. 2000 begann er am Verwaltungsgericht Köln, wechselte später ans Verwaltungsgericht Düsseldorf und war zwischen 2009 und 2013 am OVG Münster tätig. Seine Stationen umfassen zudem Abordnungen ins Bundesjustizministerium, die Staatskanzlei NRW und das NRW-Justizministerium. Zuletzt wirkte er als Richter am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.
Mit seiner Ernennung ist die langjährige Führungsfrage nun geklärt – eine Stabilisierung für eines der wichtigsten Verwaltungsgerichte Deutschlands.
Günther übernimmt die Präsidentschaft nach Jahren der Unsicherheit und verfahrensbedingten Verzögerungen. Das Gericht hat nun eine dauerhafte Führungspersönlichkeit mit umfassender Erfahrung im Verwaltungsrecht und im öffentlichen Dienst. Zu seinen Aufgaben gehört es, laufende Verfahren zu begleiten und dem Gericht wieder volle Handlungsfähigkeit zu verleihen.






