11 April 2026, 00:33

Neuer Lebensraum für die gefährdete Zauneidechse am Vlothoer Schloss entsteht

Nahaufnahme einer Sand-Eidechse auf dem Boden zwischen Steinen und Zweigen.

Neuer Lebensraum für die gefährdete Zauneidechse am Vlothoer Schloss entsteht

1.400 Quadratmeter großer Hang am Vlothoer Schloss werden zum neuen Lebensraum für die seltene Zauneidechse

Ein 1.400 Quadratmeter großes Gelände in Hanglage nahe dem Vlothoer Schloss wird in einen neuen Lebensraum für die stark gefährdete Zauneidechse umgewandelt. Das vom Unteren Naturschutzamt des Kreises Herford geleitete Projekt soll die streng geschützte Art schützen. Die Bauarbeiten beginnen im November 2025; während dieser Zeit wird es vorübergehende Sperrungen für Wanderer geben.

Die Zauneidechse (Lacerta agilis) gedeiht in warmen, offenen Landschaften mit lockerem Boden, ist im Kreis Herford jedoch fast verschwunden. Nur noch wenige Populationen – vor allem in Vlotho – haben die jahrzehntelange Zerstörung ihres Lebensraums durch Flussbegradigungen und Bebauung überstanden. Um den Rückgang aufzuhalten, haben die Behörden den Hang am Vlothoer Schloss gerodet und werden ihn mit flachen, terrassierten Erdwällen, Steinhaufen und Felsrücken umgestalten – ideale Bedingungen für die Reptilien.

Während der jüngsten Sanierung des Schlosses wurden die dort lebenden Zauneidechsen sicher in ein temporäres Areal umgesiedelt. Bis 2025 hatten sie sich dort erfolgreich vermehrt, was die Wirksamkeit des Ansatzes bestätigt. Der neue Lebensraum wird zudem magere, artenreiche Blumenwiesen umfassen, die mit regionalem Wildblumensaatgut angesät werden. Diese Flächen bieten Insekten wie Wildbienen und Schmetterlingen Nahrung und fördern so die biologische Vielfalt.

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Die Bauarbeiten am Amtshausberg beginnen im November 2025, wetterabhängig. Während der Maßnahmen bleibt der Coringenweg gesperrt; eine Umleitung führt über den Apothekerweg. Der Kreis Herford bittet Spaziergänger, die vorübergehenden Einschränkungen zu beachten. Zwar verliert der Hang seinen Waldstatus, doch als Ausgleich wird eine 3.000 Quadratmeter große Fläche in Vlotho-Exter aufgeforstet – damit bleibt der Waldbestand im Kreis insgesamt erhalten.

Das Projekt schafft nicht nur einen langfristigen Lebensraum für die Zauneidechse, sondern verbessert auch die Bedingungen für andere seltene Arten. Nach Abschluss der Arbeiten wird der Coringenweg für Wanderer wieder freigegeben. Die Verantwortlichen hoffen, dass das neue Biotop dazu beiträgt, die schrumpfenden Eidechsenbestände im Kreis zu stabilisieren.

Quelle