Neue Verhandlung: Soll Christian Olearius 40 Millionen Euro im Cum-Ex-Skandal zahlen?
Krzysztof LöfflerCum-Ex: Überprüfung beschlagnahmter mutmaßlicher krimineller Vermögenswerte des Bankers Olearius - Neue Verhandlung: Soll Christian Olearius 40 Millionen Euro im Cum-Ex-Skandal zahlen?
Ein neuer Verhandlungstermin wird die Rolle von Christian Olearius im deutschen Cum-Ex-Skandal erneut unter die Lupe nehmen. Der ehemalige Chef der Hamburger Privatbank M.M. Warburg steht im Verdacht, Steuerbetrugsmodelle orchestriert zu haben, die dem Staat Milliarden gekostet haben. Zwar wurden die strafrechtlichen Ermittlungen gegen ihn aus gesundheitlichen Gründen eingestellt, doch die Staatsanwaltschaft strebt nun die Einziehung von 40 Millionen Euro an.
Der Cum-Ex-Skandal gilt als der größte Steuerbetrugsfall der deutschen Geschichte. Zwischen den frühen 2000er-Jahren und 2016 nutzten komplexe Aktiengeschäfte rechtliche Schlupflöcher aus, um mehrfach Erstattungen auf Kapitalertragssteuern zu kassieren. Olearius, langjähriger geschäftsführender Gesellschafter von M.M. Warburg & Co., soll diese Praktiken initiiert und überwacht haben – allein seine Bank verursachte dem Staat Verluste von über 47 Millionen Euro.
2024 verurteilte ihn ein Hamburger Gericht zu einer Geldstrafe von 17,5 Millionen Euro. Allerdings hob der Bundesgerichtshof später ein früheres Urteil des Landgerichts Bonn in der Sache auf. Das Strafverfahren wegen schweren Steuerbetrugs wurde 2026 wegen Olearius' Gesundheitszustands endgültig eingestellt.
Die anstehende Verhandlung wird sich ausschließlich mit der Frage befassen, ob der Staat die 40 Millionen Euro von ihm einziehen kann. Olearius muss dem Verfahren nicht beiwohnen, sodass die Frage seiner persönlichen Schuld weiter ungeklärt bleibt.
Das Bonner Gericht muss nun über die Einziehung der 40 Millionen Euro entscheiden, die mit Olearius' mutmaßlicher Verstrickung in den Skandal zusammenhängen. Zwar wurden die strafrechtlichen Vorwürfe fallengelassen, doch der Fall wirft weiterhin ein Schlaglicht auf das Ausmaß des Cum-Ex-Betrugs. Das Ergebnis wird zeigen, ob der Staat zumindest einen Teil der verlorenen Gelder zurückerlangen kann.






