Münster: Mieter zahlen 800 Euro mehr nach Wärmepumpen-Einbau durch Vermieter
Susan auch SchlauchinMünster: Mieter zahlen 800 Euro mehr nach Wärmepumpen-Einbau durch Vermieter
Mieter in Münsters Wohnkomplex müssen mit stark steigenden Heizkosten rechnen, nachdem ihr Vermieter Wärmepumpen installiert. Die betroffene Bewohnerin Ines Rodriguez wird künftig 2.486 Euro pro Jahr zahlen – 806 Euro mehr als für ihre bisherige gasbetriebene Heizung.
Der geplante Umstieg von Gas auf dezentrale Wärmepumpen ist Teil eines bundesweiten Trends. Immer mehr Vermieter ersetzen alte Heizsysteme durch individuelle Wärmepumpen, oft im Rahmen von Contracting-Modellen. Auch die LEG, der Vermieter in Münster, setzt auf dieses Vorgehen, gibt jedoch zu, dass die künftigen Kosten nur schwer kalkulierbar sind.
Nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) dürfen Vermieter Modernisierungskosten von bis zu 0,50 Euro pro Quadratmeter auf die Mieter umlegen. Doch beim Wärmepumpen-Contracting greift diese Obergrenze nicht – die Mieter bleiben damit höheren Belastungen ausgesetzt. Maximilian Fuhrmann vom Mieterverein Nordrhein-Westfalen kritisiert das Vorgehen der LEG: Es belaste die Mieter unangemessen.
Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) verteidigt Contracting zwar als sinnvolles Modell, betont aber die Notwendigkeit transparenter Kostenaufschlüsselungen. Zudem können Vermieter Wettbewerbsverfahren umgehen, indem sie eigene Gemeinschaftsunternehmen für Installation und Wartung gründen.
Der Deutsche Mieterbund fordert nun gesetzliche Änderungen, um Mieter vor explodierenden Heizkosten während der Energiewende zu schützen. Ohne Anpassungen drohen weiteren Haushalten höhere Abrechnungen, sobald Vermieter ähnliche Systeme einführen. Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen Klimazielen und bezahlbarem Wohnen.






