Mönchengladbach trotzt dem Wohnungsbaustopp in NRW mit Rekordzahlen
Karlheinz MiesMönchengladbach trotzt dem Wohnungsbaustopp in NRW mit Rekordzahlen
Nordrhein-Westfalen verzeichnete 2025 einen drastischen Rückgang im Wohnungsbau
Im vergangenen Jahr sank die Zahl der fertiggestellten Wohnungen in Nordrhein-Westfalen stark: Nur 37.185 neue Wohnungen wurden 2025 bezugsfertig – ein Rückgang um 9,4 Prozent im Vergleich zu 2024 und der niedrigste Stand seit 14 Jahren. Eine Ausnahme bildet jedoch Mönchengladbach: Die Stadt steigerte ihre Bauaktivität nahezu auf das Dreifache und errichtete 758 neue Wohnungen.
Der landesweite Rückgang spiegelt die aktuellen Herausforderungen der Branche wider. Steigende Baukreditzinsen, explodierende Kosten und eine sinkende Zahl an Baugenehmigungen bremsen den Fortschritt aus. Die Bauquote des Landes liegt nun bei nur noch 19,8 Wohnungen pro 10.000 Einwohner – ein besorgniserregend niedriger Wert.
Mönchengladbach schwimmt gegen den Strom
Die Stadt am Niederrhein hat den Negativtrend jedoch durchbrochen. Dank der 2023 gestarteten Wohnungsbauinitiative flossen 43 Millionen Euro in das kommunale Wohnungsbauunternehmen WohnBau. Diese Investition trieb die Zahl der Baugenehmigungen 2025 um 73,6 Prozent in die Höhe – ein Wert, der deutlich über dem Landesdurchschnitt liegt.
Zudem bewilligte die Stadt 43,2 Millionen Euro an Fördermitteln für 218 neue Wohneinheiten und erreichte damit fast das Rekordniveau des Vorjahres. Mit einer Bauquote von 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner liegt Mönchengladbach auf Platz drei unter den kreisfreien Städten – 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Oberbürgermeister Felix Heinrichs führt diesen Erfolg auf langfristige Planung und zielgerichtete Förderung zurück.
Im Rahmen der Initiative „Wohnen für alle“ setzt die Stadt auf den Ausbau bezahlbaren und barrierefreien Wohnraums sowie auf die Aufwertung innerstädtischer Quartiere.
Lokale Strategien zeigen Wirkung
Während Nordrhein-Westfalen mit der geringsten Wohnungsbauleistung seit über einem Jahrzehnt kämpft, beweist Mönchengladbach, wie gezielte kommunale Maßnahmen und Investitionen gegen den Branchenabschwung wirken können. Der deutliche Anstieg bei Fertigstellungen und Genehmigungen unterstreicht das Potenzial lokaler Lösungsansätze.






