21 January 2026, 17:30

Messe Düsseldorf wagt globalen Sprung – doch die Bilanz leidet unter Übernahmekosten

Eine große Gruppe von Menschen versammelte sich in einem Raum voller Stände, Banner, Tische, Stühle, Luftballons und einem Gebäude mit Bögen, Säulen, Geländern und einem Bildschirm im Hintergrund.

Düsseldorf Messeschub für arabisches Geschäft - Messe Düsseldorf wagt globalen Sprung – doch die Bilanz leidet unter Übernahmekosten

Düsseldorfs Messegesellschaft expandiert global – doch die Finanzen schwächeln

Die Messe Düsseldorf GmbH, einer der größten deutschen Messeveranstalter, baut seine internationale Präsenz aus, muss dabei aber finanzielle Rückschläge verkraften. Das Unternehmen, das zu den größten der Branche in Deutschland zählt, richtet seinen Blick verstärkt auf die Arabische Halbinsel: Für 2024 sind sechs neue Veranstaltungen geplant. Doch trotz des Wachstums in neuen Märkten litt der Gewinn 2025 unter den Folgen einer kostspieligen Übernahme.

2023 organisierte das Unternehmen 81 Messen, davon 26 in Düsseldorf selbst. Ein Höhepunkt war die Verpackungsmesse in Riad, die Teil der strategischen Expansion in die arabische Region war. 2024 wird diese Ausrichtung mit neuen Formaten fortgesetzt, darunter eine Konsumgütermesse in Dubai und eine weitere Verpackungsfachmesse in Saudi-Arabien. Die Messe Düsseldorf sieht in diesen Märkten großes Potenzial, da die Konkurrenz dort geringer ist als in Europa oder Asien.

Die alle drei Jahre stattfindende Verpackungsmesse Interpack im Jahr 2024 soll das Wachstum vorantreiben und dem Unternehmen erstmals seit Jahren wieder steigende Umsätze bescheren. Die Prognosen gehen von Erlösen in Höhe von knapp 420 Millionen Euro und einem Gewinn von rund 40 Millionen Euro aus. 2025 jedoch verzeichnete das Unternehmen einen deutlichen Einbruch: Der Umsatz sank auf 342 Millionen Euro, der Gewinn auf 29 Millionen – eine direkte Folge der einmaligen Belastungen durch die Übernahme. 2027 könnte erneut schwierig werden, da mehrere große zyklische Leitmessen ausfallen. Gleichzeitig wird die Robotikmesse Xponential im März 2024 erstmals einen Schwerpunkt auf Rüstungstechnik legen. Ohne Unterstützung des deutschen Verteidigungsministeriums wird die Veranstaltung jedoch keine vollwertige Waffenmesse werden.

Düsseldorf bleibt mit Hannover, Frankfurt und Köln einer der vier wichtigsten Messestandorte Deutschlands. Der lokale Veranstalter steht damit vor der Herausforderung, internationales Wachstum mit finanziellen Belastungen im Heimatmarkt in Einklang zu bringen.

Die Expansion auf der Arabischen Halbinsel markiert eine strategische Neuausrichtung hin zu weniger gesättigten Märkten. Mit sechs neuen Veranstaltungen im Jahr 2024 will das Unternehmen schwächere Jahre ausgleichen. Doch die finanzielle Erholung hängt maßgeblich vom Erfolg zentraler Messen wie der Interpack und der Stabilisierung des Kerngeschäfts ab.