Markus W. erhält nach falscher Antisemitismus-Beschuldigung durch Gil Ofarim öffentliche Solidarität

Susan auch Schlauchin
Susan auch Schlauchin
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Ein Blatt Papier mit dem Text "John Hilton, No. 67, West Smithfield, London" darauf geschrieben.Susan auch Schlauchin

Hotelangestellter Markus W. bekommt Spenden für seine Leiden - Markus W. erhält nach falscher Antisemitismus-Beschuldigung durch Gil Ofarim öffentliche Solidarität

Markus W., der Leipziger Hotelmitarbeiter, der 2021 fälschlich vom Sänger Gil Ofarim des Antisemitismus beschuldigt wurde, erhält nach Jahren juristischer Auseinandersetzungen nun öffentliche Unterstützung. Eine 2024 gestartete Crowdfunding-Kampagne hat Spenden gesammelt, um ihm zu helfen – ein Teil der Gelder fließt an Organisationen, die sich gegen Hass im Netz engagieren, sowie an eine Initiative für kranke Neugeborene.

Ofarim, der 2023 durch seinen Sieg in einer Reality-Show 400.000 Euro verdiente, schuldet Markus W. noch immer 20.000 Euro aus einem außergerichtlichen Vergleich – sein Anwalt erklärt jedoch, die Zahlung erfolge, sobald ausreichend liquide Mittel verfügbar seien.

Der Fall begann im Oktober 2021, als Ofarim Markus W. vorwarf, ihm im Leipziger Westin-Hotel wegen einer Davidstern-Halskette den Zutritt verweigert zu haben. Ermittlungen, Zeugenaussagen und eine videoanalytische Überprüfung widerlegten die Behauptung später; Ofarims Darstellung erwies sich als falsch. 2023 entschuldigte er sich öffentlich, löschte das entsprechende Video und willigte ein, 20.000 Euro Entschädigung sowie 10.000 Euro an die Organisation HateAid zu zahlen, die sich gegen digitale Gewalt einsetzt.

Mit Bekanntwerden der Details wandelte sich die öffentliche Meinung: Aus dem vermeintlichen Antisemiten wurde ein zu Unrecht Beschuldigter. Doch Ofarims jüngste Medienauftritte, in denen er sich selbst als Opfer inszeniert, veranlassten W., sich zu Wort zu melden. In einem 2024 erschienenen Interview mit der Zeit kritisierte er Ofarims mangelnde Verantwortungsbereitschaft und schilderte die langfristigen Folgen für sein Leben.

Eine von Influencer Sanijel Jakimovski initiierte Spendenaktion hat seitdem zusätzliche Mittel für W. eingeworben. Die Gelder kommen HateAid, der Leipziger Organisation Minilöwen, die Frühchen unterstützt, sowie persönlichen Familienprojekten zugute. Der Influencer versprach vollständige Transparenz, sobald die Spenden übergeben seien.

Trotz des Vergleichs steht die vereinbarte Zahlung von 20.000 Euro durch Ofarim noch aus. Sein Anwalt begründet die Verzögerung mit fehlender Liquidität – obwohl Ofarim durch Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! 400.000 Euro verdiente, darunter 100.000 Euro Siegprämie.

Markus W. leitet nun Teile der Spendengelder an gemeinnützige Zwecke weiter, während er auf Ofarims ausstehende Zahlung wartet. Der Fall zeigt die Folgen falscher Anschuldigungen und die Bedeutung öffentlicher Solidarität bei der Aufarbeitung von Ungerechtigkeit. Rechtliche und finanzielle Klärungen stehen noch aus; wie Ofarim weiter verfahren wird, bleibt ungewiss.

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