Mainzer Fastnacht ehrt erstmals den "Dummen August" als neue Tradition
Susan auch SchlauchinMainzer Fastnacht ehrt erstmals den "Dummen August" als neue Tradition
Mainzer Fastnacht ehrt erstmals den "Dummen August" – eine traditionelle Tollpatsch-Figur
Bei den diesjährigen Feierlichkeiten hat die Mainzer Fastnacht erstmals einen Dummen August ausgezeichnet, eine klassische Clownsfigur, die für ihr tollpatschiges Wesen bekannt ist. Die Ehrung ging an Martin Malcherek, einen linksgerichteten Stadtrat, der durch Originalität und frechen Humor auffällt. Gleichzeitig wurde die Traditionstruppe Mainzer Hofsänger gewürdigt, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert.
Der Preis für den Dummen August wurde von Dirk Loomans überreicht, dem Präsidenten des Karneval Club Kastel (KCK), der in der Rolle des Bajazzo – des würdevollen weißen Clowns – auftrat. Loomans bezeichnete den Dummen August als zentralen Bestandteil der Fastnacht, bei dem der Clown bewusst Spott und Bloßstellung riskiert. Die Figur habe ihre Wurzeln im antiken Rom, wo mindestens vier Clownstypen überliefert seien. Schon damals gab es mit dem Centunculus und dem Stupidus Vorläufer der heutigen rot- und weißgeschminkten Clowns.
Martin Malcherek erhielt die Auszeichnung für sein unkonventionelles Auftreten, seinen scharfen Witz und seine jahrelange Weigerung, sich anzupassen. In der Laudatio wurde sein Mut gelobt, unangenehme Fragen zu stellen und stets zu seinen Prinzipien zu stehen. In seiner Dankesrede wünschte sich Malcherek eine Welt, in der die bunten Fahnen und fantastischen Kostüme der Fastnacht für immer die Straßen prägen.
Ebenfalls gefeiert wurden die Mainzer Hofsänger, eine beliebte Fastnachtsgruppe, die ihr Jahrhundertjubiläum beging. Die Veranstaltung unterstrich die tiefen Wurzeln der Clownstradition – von den römischen Anfängen bis zu den heutigen Mainzer Festen.
Der Dumme August bereichert nun als neue Tradition die Mainzer Fastnacht und ehrt all jene, die mit Humor und gegen den Strom schwimmen. Malchereks Auszeichnung und das Jubiläum der Hofsänger stehen für den ungebrochenen Geist des Festes. Die Zeremonie betonte erneut die Rolle des Clowns als furchtlose, selbstironische Figur im Herzen der Fastnacht.






