Mainzer Fastnacht 2024: Frau bricht Traditionen – und Merz schweigt zu den Sticheleien

Krzysztof Löffler
Krzysztof Löffler
2 Min.
Ein Plakat, das ein Bierfest in Deutschland ankündigt und eine Gruppe von Menschen zeigt, einige halten Biergläser in der Hand, im Hintergrund ein Fass und deutscher Text unten.Krzysztof Löffler

Frauen-Debüt bei "Mainz bleibt Mainz" - Mainzer Fastnacht 2024: Frau bricht Traditionen – und Merz schweigt zu den Sticheleien

Die Mainzer Fastnachtsrevue 2024 "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" sorgte für Schlagzeilen, indem sie mit der Tradition brach und prominente Politiker mit beißendem Spott ins Visier nahm. Zum ersten Mal in fast zwei Jahrhunderten führte eine Frau durch das Protokoll der Veranstaltung, während langjährige Darsteller in ihren bewährten Rollen auf die Bühne zurückkehrten. Die Witze der Show richteten sich gegen Bundeskanzler Friedrich Merz, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und den früheren US-Präsidenten Donald Trump – doch keiner der drei reagierte öffentlich auf die Sticheleien.

Christina Grom wurde als erste Frau in der 198-jährigen Geschichte der Revue mit der Leitung des Protokolls betraut. Ihre satirischen Bemerkungen beinhalteten einen Aufruf zu göttlichem Eingreifen: Der Himmel solle Trump "mit der Gutenberg-Bibel ordentlich eine scheuern" – eine Anspielung auf die Verbindungen des Ex-Präsidenten nach Washington und Mainz' Rolle als Geburtsstadt Gutenbergs.

Andreas Schmitt, der trotz einer geplanten gesundheitsbedingten Pause 2025 die Moderation übernahm, schloss die Show in seiner gewohnten Rolle als "Hoher Altardiener" des Mainzer Doms ab. Mit einem augenzwinkernden Seitenhieb auf den Vatikan wünschte er Papst Leo XIV. viel Erfolg bei der Verwirklichung der Gleichberechtigung – und malte sich eine Zukunft aus, in der eine Papstin den Segen Urbi et Orbi* erteilt.

Auch Jürgen Wiesmann kehrte für seinen 25. Auftritt als Ernst Lustig, die beliebte Karnevalsfigur der Revue, auf die Bühne zurück. Die Show nahm kein Blatt vor den Mund: Groms Zielscheiben waren Kanzler Merz, Ministerpräsident Söder und Trump – doch von allen dreien blieb eine öffentliche Reaktion aus.

Die Mainzer Karnevalsrevue 2024 markierte mit Groms Führung einen historischen Wandel und blieb ihrer Tradition treu, mit mutiger politischer Satire keine Rücksicht zu nehmen. Dass die Verspotteten schweigen, ließ die Pointen unangefochten. Gleichzeitig sorgte die Mischung aus erfahrenen Künstlern und frischen Akzenten für begeistertes Publikum.

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