Machtkampf in der KAS: Kramp-Karrenbauer könnte erste Präsidentin werden
Anatol FrankeMachtkampf in der KAS: Kramp-Karrenbauer könnte erste Präsidentin werden
Führungsstreit in der Konrad-Adenauer-Stiftung eskaliert vor Dezember-Wahl
Vor der für den 19. Dezember anstehenden Abstimmung spitzt sich der Wettbewerb um die Führung der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) zu. Drei Bewerber:innen stehen nun zur Wahl, darunter die ehemalige CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK). Sollte sie gewählt werden, wäre dies ein historischer Moment – AKK würde als erste Frau das Amt der Stiftungspräsidentin übernehmen.
Trotz der Unterstützung von Bundeskanzler Friedrich Merz für einen anderen Kandidaten hat sich AKK in den Ring geworfen. 2018 setzte sie sich in einer Stichwahl um den CDU-Vorsitz gegen Merz durch und bekleidete seitdem mehrere einflussreiche Positionen in der Partei. Ihre internationale Erfahrung passt gut zur globalen Ausrichtung der KAS.
Friedrich Merz hat offiziell den CDU-Abgeordneten Günter Krings für das Präsidentenamt nominiert. Krings, der ebenfalls seine Kandidatur bekannt gegeben hatte, bringt jahrzehntelange politische und akademische Erfahrung auf nationaler und internationaler Ebene mit. Mittlerweile hat er jedoch seine Unterstützung für AKK erklärt – eine Entwicklung, die die Dynamik des Rennens verändert. Falls sich die Mitglieder nicht auf einen Kompromiss einigen, wird die 52-köpfige KAS-Versammlung am 19. Dezember abstimmen. Der oder die Gewählte tritt das Amt Anfang 2026 an, entsprechend den etablierten Verfahren der Stiftung. AKK sorgt nicht nur wegen ihres politischen Gewichts für Aufmerksamkeit, sondern auch wegen der möglichen Premierenstellung einer Frau an der Spitze des einflussreichen konservativen Thinktanks.
Die anstehende Wahl wird entscheiden, wer die KAS in die Zukunft bis 2026 führt. AKK würde mit einem Sieg Neuland betreten, während Krings’ Rückzug zugunsten ihrer Kandidatur die Unterstützung hinter ihr vereint. Das Ergebnis wird die Ausrichtung der Stiftung in der Außenpolitik und im konservativen Denken prägen.