05 January 2026, 19:16

Machtkampf bei Malta Air: Verdi wirft Fluggesellschaft Wahlblockade vor

Ein großes Passagierflugzeug ist auf der Startbahn zu sehen, bereit zum Start.

Machtkampf bei Malta Air: Verdi wirft Fluggesellschaft Wahlblockade vor

Ein Rechtsstreit zwischen Malta Air und der Gewerkschaft Verdi über die Betriebsratswahlen am Kölner Standort der Fluggesellschaft ist eskaliert. Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen vor, den Wahlprozess gezielt zu blockieren, während ein aktuelles Gerichtsurteil wichtige Wahlunterlagen vorläufig außer Kraft gesetzt hat. Seit mehr als zwei Jahren kämpfen die Beschäftigten um eine Interessenvertretung.

Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Weigerung von Malta Air, die für die Wahl notwendigen Mitarbeiterlisten herauszugeben. Ohne diese Unterlagen, die klären, wer wahlberechtigt ist oder kandidieren darf, kann das Wahlverfahren nicht fortgesetzt werden. Zudem hat das Unternehmen Mitglieder des Wahlvorstands davor gewarnt, dass sie auf Schadensersatz verklagt werden könnten, falls sie ihre Aktivitäten fortsetzen.

Das Arbeitsgericht Köln erließ eine einstweilige Verfügung, die Malta Air vorerst von der Pflicht entbindet, die Dokumente vorzulegen. Das Urteil betrifft speziell den Standort der Ryanair-Tochter in Köln, wo die Belegschaft seit Anfang 2022 für einen Betriebsrat kämpft. Verdi kritisiert den Schritt als Teil einer umfassenderen Strategie, um die Mitbestimmung der Beschäftigten zu untergraben.

Gewerkschaftsvertreter zeigen sich dennoch zuversichtlich vor der Hauptverhandlung im September. Sie argumentieren, dass das deutsche Betriebsverfassungsgesetz so anzuwenden sei, dass es den modernen Herausforderungen am Arbeitsplatz gerecht wird. Der Streit unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Fluggesellschaften und Arbeitnehmervertretern über Arbeitnehmerrechte und unternehmerische Verantwortung.

Die vorläufige Gerichtsentscheidung verzögert das Wahlverfahren mindestens bis September. Verdi betont, dass der Fall ein entscheidendes Präzedenzurteil dafür setzt, wie Unternehmen Arbeitsgesetze einhalten müssen. Die Beschäftigten am Kölner Standort fordern weiterhin die Einrichtung eines offiziellen Betriebsrats – nach Jahren des Widerstands seitens der Unternehmensführung.