29 April 2026, 05:26

Lehrkräfte schweigen aus Angst – doch wer kämpft noch gegen Hass an Schulen?

Plakat für den American Rescue Plan mit Text, der besagt, dass es die Kinderarmut in den USA halbieren würde, und einem Bild einer vielfältigen Gruppe von Menschen.

Lehrkräfte schweigen aus Angst – doch wer kämpft noch gegen Hass an Schulen?

Eine neue Studie zeigt, dass Lehrkräfte in Deutschland kontroverse Themen zunehmend meiden – aus Sorge, ihre politische Neutralitätspflicht zu verletzen. Gleichzeitig gefährden Kürzungen bei Bundesmitteln hunderte Projekte gegen Diskriminierung und Extremismusprävention an Schulen. Doch ein Bündnis von Organisationen wehrt sich mit einer Petition und fordert mehr Unterstützung für Pädagog:innen im Kampf gegen Hass und Ungleichheit.

Forschungen der Pädagogischen Hochschule Weingarten belegen eine wachsende Zurückhaltung unter Lehrkräften, heikle Themen im Unterricht anzusprechen. Viele fürchten sich vor Vorwürfen der Befangenheit oder Verstößen gegen die Neutralitätsregeln. Diese Verunsicherung hat sich verschärft, seit die Bundesregierung Programme zur Demokratieförderung und gegen Rassismus gestrichen hat.

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Felix Bjerke, Koordinator der Initiative "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage", leitet an seiner Schule Workshops – dort haben 90 Prozent der Schüler:innen einen Migrationshintergrund. Sein Programm umfasst Antirassismus, Extremismusprävention und die Bekämpfung von Antisemitismus. Doch Partnerorganisationen wie 180 Grad Wende und Transaidency verlieren nun ihre Förderung.

Bis Ende des Jahres fallen rund 200 Initiativen – viele in Ostdeutschland, wo rechtsextreme Tendenzen zunehmen – weg, weil der Bund seine Unterstützung streicht. Einige, wie das Demokratiefest Köln, hatten mehrjährige Förderzusagen. Die Kürzungen zwingen Schulen und NGOs, ihre Arbeit unter erschwerten Bedingungen fortzuführen.

Als Reaktion entstand die Petition "Schulen zeigen Haltung", getragen von einem breiten Bündnis. Sie fordert besseren Schutz für Lehrkräfte und sichere Finanzierung für Antidiskriminierungsprojekte. Die Kampagne will Pädagog:innen klare Handlungsleitfäden geben und ihnen mehr Sicherheit im Umgang mit schwierigen Themen vermitteln.

Die Mittelkürzungen und die wachsende Vorsicht der Lehrkräfte erschweren den Schulen den Kampf gegen Diskriminierung. Ohne stabile Finanzierung drohen viele Antirassismus- und Demokratieprojekte eingestellt zu werden. Der Erfolg der Petition könnte entscheiden, ob Lehrkräfte die nötige Rückendeckung erhalten, um diese Herausforderungen offen anzugehen.

Quelle