Kürbissuppenfest in Wiesbaden verbindet Kunst, Gemeinschaft und kulinarische Traditionen
Krzysztof LöfflerKürbissuppenfest in Wiesbaden verbindet Kunst, Gemeinschaft und kulinarische Traditionen
Kleines, aber lebendiges Publikum versammelt sich zum jährlichen Kürbissuppenfest in Wiesbadens Churpark
Am Samstagmorgen trafen sich im Wiesbadener Churpark einige neugierige Besucher zum traditionellen Kürbissuppenfest. Rund zwei Dutzend Gäste fanden sich ein, um eine warme Schüssel Suppe zu genießen – allerdings nicht ohne eine kleine Gegenleistung. Im Geiste von "Geben und Nehmen" mussten die Teilnehmer zunächst die "Ode an den Kürbis" anstimmen, bevor sie die Speise aus regionalem Anbau kosten durften.
Im Mittelpunkt des Festes steht eine markante Kürbisskulptur, die der Künstler Michael Dern 2004 schuf. Ursprünglich auf den Dern'schen Gründen im Kurpark ausgestellt, war das Werk als monumentale Hommage an Natur und Fülle gedacht. Mit der Zeit entwickelte es sich zu einem Treffpunkt für die Gemeinschaft und zog auf Wunsch der Bevölkerung an seinen heutigen Standort neben dem Wochenmarkt um.
Heute verbindet die Skulptur auf ungewöhnliche Weise Kunst und Natur. Kürbisranken durchziehen Drahtgestelle und schaffen eine spannungsvolle Verbindung zwischen gezielter Form und wildem Wuchs. Jährlich verändert sich das Werk und spiegelt oft lokale Themen wie Nachhaltigkeit wider. Workshops, Feste und öffentliche Aktionen binden die Anwohner in Pflege und Neugestaltung ein.
Die Suppe selbst präsentierte die Vielfalt der ausgestellten Kürbisse – von winzigen Hokkaido-Sorten bis zu riesigen Prunkstücken. Jede Zutat wurde präzise abgemessen, um eine kräftige, aromatische Brühe zu garantieren. Doch das Fest ging über das Kulinarische hinaus: Menschen jeden Alters, jeder Herkunft und jedes Geschmacks kamen zusammen und machten die Veranstaltung zu einer echten Wiesbadener Tradition.
Das Kürbissuppenfest hat im Churpark eine neue Heimat gefunden, wo Kunst, Gemeinschaft und saisonale Genüsse aufeinandertreffen. Die Besucher verließen den Ort mit gefüllten Schüsseln und einem gemeinsamen Erlebnis – und hatten mit ihren Stimmen zum Gelingen des Tages beigetragen. Die Skulptur, längst ein lebendiger Teil des Parks, wird auch in Zukunft mit Hilfe derer wachsen und sich wandeln, die sich Jahr für Jahr um sie versammeln.