13 June 2026, 00:29

Kultur wird zum Wahlkampf-Thema: Berliner Szene kämpft um mehr Förderung

Wohin mit der Kultur?

Kultur wird zum Wahlkampf-Thema: Berliner Szene kämpft um mehr Förderung

Eine neue Kampagne rückt Kultur in den Mittelpunkt der Berliner Wahldebatten. Die Initiative „Berlin ist Kultur“ hat eine Aktionswoche gestartet, um mehr Förderung für die Kunstszene zu fordern. Unter dem Hashtag #deinstimmefürkultur wird der Aufruf in Kultureinrichtungen der gesamten Stadt sichtbar sein.

Beim Auftakt der Kampagne erhielten die Forderungen Unterstützung von Politiker:innen und Künstler:innen. Katharina Marg von der Linken, Ronja Losert sowie Bertram von Boxberg von den Grünen nahmen an der Veranstaltung teil und sprachen sich gemeinsam für eine Stärkung der Kulturpolitik aus.

Im Zentrum der Initiative steht die „Berliner Erklärung“, die den Staat auffordert, mindestens drei Prozent des Haushalts für Kultur bereitzustellen. Zudem wird betont, wie wichtig stabile Finanzierung ist, um Einrichtungen vor plötzlichen Kürzungen zu schützen. Gabi Dan Droste, Direktorin des FELD Theaters, verglich die aktuelle finanzielle Belastung mit dem Mythos von Ikarus und warnte vor den Risiken einer Unterfinanzierung.

Kulturschaffende warnen vor akuten Bedrohungen. Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, bezeichnete jüngste Kürzungen als Fehler. In einer persönlichen Anekdote erinnerte er daran, wie ein Theaterbesuch mit 14 Jahren sein Leben prägte. Reese wies zudem auf die mögliche Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße aufgrund von Sparmaßnahmen hin.

Auch andere aus der Branche teilen diese Sorgen. Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater, warnte, dass steigende Mieten die Zukunft des Theaters gefährden könnten. Unterdessen bereiten Institutionen und Verbände „Wahl-Lackmustests“ vor, um die Positionen der Kandidat:innen zu Kunstförderung und -bildung zu prüfen.

Ziel der Initiative ist es, die Kulturfinanzierung zu einem zentralen Thema der anstehenden Wahl zu machen. Gefordert werden ein fester Haushaltsanteil und sichere Finanzstrukturen für die Berliner Kunstszene. Die Kampagne will sicherstellen, dass Kultur für die nächste Regierung Priorität behält.

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