19 December 2025, 21:14

Kroymann dankt von Praunheim: "Du hast Großes erreicht"

Eine Frau in einem grünen T-Shirt steht auf einer Demonstration und hält ein weißes Schild in der Hand, während viele andere Menschen hinter ihr stehen.

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Rosa von Praunheim ist tot – Maren Kroymann würdigt den Queer-Pionier: „Du hast Großes bewegt“

Rosa von Praunheim, Ikone der Schwulenbewegung und unermüdlicher Kämpfer für queere Sichtbarkeit, ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Mit provokanten Filmen, mutigem Aktivismus und einer kompromisslosen Haltung prägte er die queere Kultur nachhaltig.

Rosa von Praunheim wurde 1991 bundesweit bekannt, als er den Fernsehmoderator Alfred Biolek und den Komiker Hape Kerkeling live im TV outete. Die Aktion löste eine Kontroverse aus – Kritiker warfen ihm Respektlosigkeit und Grenzüberschreitung vor. Er verteidigte sich später mit dem Argument, dass Sichtbarkeit entscheidend sei, um Gleichberechtigung und Akzeptanz von Homosexualität voranzutreiben.

Sein unerschrockener Einsatz beschränkte sich nicht auf den Aktivismus: Mit auffälliger Mode und provokanten Auftritten brach er gesellschaftliche Tabus. Trotz aller Kritik trieb er die Debatte über LGBTQ+-Rechte in die breite Öffentlichkeit. Die Schauspielerin Maren Kroymann würdigte ihn nach seinem Tod als zuverlässigen, produktiven und kompromisslosen Vorkämpfer für queere Sichtbarkeit. Zwar räumte sie ein, dass seine Methode des Outings problematisch war – doch letztlich habe er das Bewusstsein dafür geschärft, wie wichtig das selbstbestimmte Coming-out ist. Kroymann betonte zudem, dass er über Jahrzehnte die Liberalisierung der Gesellschaft vorangetrieben und die queere Community unterstützt habe.

Mit von Praunheims Tod endet eine Ära für eine Generation von Aktivist:innen, die für LGBTQ+-Rechte kämpften. Sein Vermächtnis umfasst Filme, öffentliche Debatten und ein lebenslanges Engagement für die Sichtbarkeit queeren Lebens. Sein Wirken wird die Diskussionen über Gleichberechtigung und Repräsentation weiterhin prägen.