Köln schlägt gegen illegale Uber- und Bolt-Fahrer hart zu – Hunderte Strafen verhängt
Anatol FrankeKöln schlägt gegen illegale Uber- und Bolt-Fahrer hart zu – Hunderte Strafen verhängt
Köln geht hart gegen illegale Fahrdienstvermittler wie Uber und Bolt vor
Nach der Aufdeckung weitverbreiteter illegaler Aktivitäten hat die Stadt Köln die Fahrdienstvermittler Uber und Bolt stärker kontrolliert. Im vergangenen Jahr prüften die Behörden 730 Mietwagen und leiteten in fast der Hälfte der Fälle Bußgeldverfahren ein. Die Ermittlungen brachten zudem den Verdacht auf nicht angemeldete Beschäftigung und Sozialbetrug unter den Fahrern ans Licht.
Die Kölner Zollbehörden kontrollierten im Jahr 2025 insgesamt 730 Mietfahrzeuge. Bei 366 davon verhängten sie Strafen, meist wegen Verstößen gegen die Personentransportvorschriften. 140 Fahrzeuge wurden wegen schwerwiegender Verstöße sofort stillgelegt.
Viele Uber- und Bolt-Fahrer missachten eine zentrale gesetzliche Vorgabe: die Rückkehr zum firmeneigenen Standort nach jeder Fahrt. Nach deutschem Recht müssen Mietwagen an ihrem Betriebsstandort auf neue Fahrgäste warten. Stattdessen halten sich die Fahrer oft in stark frequentierten Gebieten auf und nehmen ohne gültige Genehmigung Fahrgäste mit.
Die Kölner Taxi-Genossenschaft hat bereits gegen über 100 Fahrer wegen illegaler Fahrtdienstleistungen Klage eingereicht. Gerichte haben sowohl gegen Fahrer als auch gegen Vermietungsfirmen hohe Geldstrafen verhängt. Die Behörden gehen nun noch einen Schritt weiter und prüfen mögliche Steuerhinterziehung sowie ausstehende Sozialabgaben, darunter Renten-, Krankenversicherungs- und Arbeitslosenbeiträge.
Uber, das in Deutschland über keine eigene Flotte verfügt, vermittelt Nutzer an lizenzierte Mietwagenanbieter. Das Unternehmen betont, dass seine Partnerfirmen vertraglich zur Einhaltung der Gesetze verpflichtet seien. Bis Januar 2026 wurden jedoch keine konkreten Unternehmen öffentlich benannt oder wegen Verstößen im Zusammenhang mit Uber oder Bolt bestraft.
Die verschärften Kontrollen in Köln zeigen die anhaltenden Probleme bei der Einhaltung der Vorschriften durch Fahrdienstvermittler. Mit 140 stillgelegten Fahrzeugen und Hunderten verhängten Strafen bleibt die Durchsetzung streng. Weitere Ermittlungen zu Steuerhinterziehung und Sozialbetrug könnten zu zusätzlichen Sanktionen für Fahrer und Vermietungsfirmen führen.